Swift

05.11.20
Cash Management & Zahlungsverkehr

Das steckt hinter der neuen Strategie von Swift

Swift will künftig mehr sein als ein reiner Übermittler von Finanznachrichten. Dafür baut die Bankgenossenschaft eine neue Plattform. Was sich dadurch ändert und was nicht, erklärt Jürgen Marstatt, Deutschlandchef von Swift, im Interview.

Herr Marstatt, Swift hat kürzlich eine neue Strategie vorgestellt. Demnach wollen Sie künftig über die Übermittlung von Finanznachrichten hinausgehen, die bislang Ihr Kerngeschäft ausmacht. Ziel sei ein „umfassendes Transaktionsmanagement“, so heißt es in der Mitteilung. Was kann man sich darunter vorstellen?
Mit der neuen Strategie rücken wir die geschäftliche Transaktion in den Mittelpunkt unseres Angebots. Nehmen Sie eine Zahlung, die ein Firmenkunde über das Swift-Netzwerk initiiert, um einen Lieferanten zu bezahlen. Künftig wollen wir nicht mehr nur die Nachricht von A nach B übermitteln, sondern sie mit weiteren Services unterlegen. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren bereits einige Initiativen gestartet, etwa das Sanction Screening oder die Beschleunigung von grenzüberschreitenden Zahlungen durch unser GPI-Projekt. Diese einzelnen Bausteine wollen wir nun auf einer Plattform vereinheitlichen und integrieren.

Was soll das bringen?
Wir glauben, dass der neue Ansatz den Banken dabei helfen wird, weitere wertschöpfende Services für ihre Kunden zu entwickeln. Das gilt im Zahlungsverkehr ebenso wie in der Wertpapierabwicklung. Ziel ist es, sofortige, reibungslose und durchgängig transparente Transaktionen zu ermöglichen. Davon werden auch Unternehmen profitieren.

Swift will die Banken im Zahlungsverkehr unterstützen

Das versprechen Anbieter wie das Fintech Ripple oder der Kreditkartenanbieter Visa, die den Zahlungsverkehr verbessern wollen, auch. Welche Rolle spielte die Konkurrenz bei der Formulierung Ihrer neuen Strategie?
Die Banken wollen ihre Geschäfte im Zahlungsverkehr weiterhin effizient durchführen und die Erwartungen der Endkunden erfüllen. Es gibt derzeit eine ganze Reihe von Initiativen und eine Zusammenarbeit zwischen Banken, Fintechs und natürlich Swift. Daher ist es unsere Aufgabe, als Bankennetzwerk auf solche Herausforderungen zu reagieren und neue Angebote zu entwickeln. Wir wollen unsere Eigentümer dabei unterstützen, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Bei einer Plattform denke ich an eine zentrale Instanz, die zwischen den Teilnehmern vermittelt – so wie etwa Airbnb Mieter und Vermieter zusammenbringt. Wie kann ich mir das bei der Swift-Plattform vorstellen? Braucht es künftig noch Korrespondenzbanken, die Zahlungen auf dem Weg zur Empfängerbank durchleiten, oder übernimmt diese Funktion Ihre Plattform?

Jürgen Marstatts Antwort auf diese Frage sowie mehr über die Bedeutung der Plattform für das ISO20022-Migrationsprojekt erfahren Sie im E-Magazin.

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