BNP Paribas und HSBC gewinnen neue Kunden

15.03.17 08:04

Die Top-Banken im Cash Management in 2017

Von Desiree Backhaus

Treasurer nutzen im Schnitt immer weniger Banken im Cash Management. Davon profitieren vor allem die großen Häuser, die neue Kunden im Transaction Banking gewinnen.

SeanPavonePhoto/iStock/Thinkstock/Getty Images

Deutsche Treasurer setzen vor allem auf deutsche Banken, europaweit haben aber andere Häuser im Cash Management die Nase vorne.

Die Marktführer im europäischen Cash Management bauen ihre Kundenbasis weiter aus. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des US-Beratungshauses Greenwich Associates hervor, das jährlich europaweit CFOs, Treasurer und Finanzverantwortliche aus Unternehmen ab 2 Milliarden Euro Jahresumsatz nach ihren Cash-Management-Banken befragt. Demnach nutzen 40 Prozent der 638 Befragten die Angebote der BNP Paribas. Bei der letztjährigen Umfrage kam die französische Großbank auf 38 Prozent Marktdurchdringung (nach 36 Prozent im Jahr 2015). Es folgt die HSBC: Ihre Marktdurchdringung kletterte von 31 auf 36 Prozent. Den dritten Platz teilen sich die Deutsche Bank und die Citi, deren Cash-Management-Services jeweils 29 Prozent der Befragten nutzen.

Das Cash-Management-Geschäft gilt als eher statisch: Für Unternehmen ist es aufwendig, ihre Transaktionsbank zu wechseln. Deshalb sind auch kleine Verschiebungen erwähnenswert, von denen vor allem große Häuser profitieren. „Die Konzentration im Cash Management hat zugenommen“, sagt Tobias Miarka, Managing Director bei Greenwich Associates: „Während der Finanzkrise haben die Unternehmen im Schnitt sechs Anbieter genutzt. Seither haben sie die Zahl auf aktuell 4,6 Banken heruntergefahren.“

Bestnoten im Cash Management für Citi, ING und Unicredit

Das qualitativ beste Angebot, das die Befragten anhand von mehr als zwei Dutzend Kriterien bewerten, haben der Umfrage zufolge die Citi, ING Bank und Unicredit. Der angeschlagenen italienischen Großbank (siehe Seite 2) gelingt damit Beachtliches: In den vergangenen drei Jahren zählte sie immer zu den Qualitätsführern, 2016 hatte sie diese Position sogar alleine inne. Das liegt laut Miarka vor allem an der starken Position der Unicredit in den beiden großen Märkten Deutschland und Italien, wo die Bank gute Noten erhält. Auch für die ING ist es ein Durchbruch: Die Niederländer, die gerade kräftig in das deutsche Firmenkundengeschäft investieren, spielten in den vergangenen Umfragen lediglich in den Benelux-Staaten eine Rolle.

Hierzulande haben die deutschen Häuser klar die Nase vorn, wie die Auswertung der 226 befragten deutschen Finanzexperten aus Unternehmen ab 500 Millionen Euro Umsatz zeigt: Commerzbank (65 Prozent) und Deutsche Bank (63 Prozent) liegen nahezu gleich auf, die Services der Unicredit nutzt gut die Hälfte. Bei der Qualität sind alle drei Banken gleichauf.

Backhaus[at]derTreasurer.de

Wie sich die Banken im Bereich Cash Management und Zahlungsverkehr aufstellen, das erfahren Sie auf unserer Themenseite Transaction Banking im Wandel.