Andreas Bock spricht mit DerTreasurer über die Pläne im Cash Management der HSBC.
08.06.21
Cash Management & Zahlungsverkehr

HSBC will neue Cash-Management-Lösungen anbieten

Andreas Bock übernimmt neue Aufgaben bei der HSBC. Die Bank bleibt an dem Thema APIs dran.

Bewegte Zeiten bei HSBC Deutschland: Mit Steffen Zeise kehrte kürzlich der Co-Chef des deutschen Corporate Banking der Bank den Rücken. Für Deutschlandchefin Carola von Schmettow rückte Nicolo Salsano, bisher Firmenkundenvorstand, auf. Andreas Bock übernahm zum 1. Mai den Posten als Head of Global Liquidity and Cash Management für Kontinentaleuropa. Rund fünf Jahre leitete er diesen Geschäftsbereich für Deutschland. „Im Grunde mache ich die gleichen Aufgaben wie vorher, nur nicht mehr nur für Deutschland, sondern für zwölf weitere Länder“, sagt der Banker.

Seine neue Funktion hat einen Hintergrund: „Gerade arbeiten wir am Aufbau einer kontinentaleuropäischen Bank.“ Ziel sei es, für HSBC-Kunden einheitliche Systeme, Abläufe und Infrastruktur zu bieten. Davon will die Bank auch in Deutschland profitieren und plant unter anderem, hierzulande künftig Instant Payments anzubieten. Ein konkretes Datum nennt die Bank weiterhin nicht. Die Nachfrage in Deutschland sei noch nicht so groß.

Ein weiteres Schwerpunktthema im Cash Management liege auf APIs. Bereits im Februar 2020 hatte HSBC angekündigt, Firmenkunden in 27 Ländern solche Anwendungen anzubieten. Die Bank habe in den vergangenen Monaten für mehr als 100 weltweite Kunden Cash-Management-APIs live geschaltet, darunter auch in Deutschland.

 

HSBC will virtuelle Karten anbieten

Auch im Working Capital Management sind Neuerung geplant. So arbeitet die Bank etwa daran, virtuelle Karten für Lieferantenzahlungen anzubieten, und Corporate-Card-Lösungen in weiteren Ländern einzuführen. Zudem sollen Lösungen für virtuelle Konten ausgebaut werden.

HSBC tat sich hierzulande zuletzt schwer. Zwar sind die operativen Erlöse 2020 um 13 Prozent auf 888 Millionen Euro gestiegen. Fakt ist aber auch: Die 2014 aufgesetzte Mittelstandsoffensive lief nicht so wie geplant. Zunächst hatte die Bank die Umsatzgrenze für 2020 von 35 Millionen auf 100 Millionen Euro hochgeschraubt, schloss dann noch mehrere Standorte, die extra für die Initiative eröffnet worden waren. Bock will darin aber kein Indiz für einen Rückzug sehen. Die Mittelstandsoffensive war ein Erfolg. Mit ihr haben wir eine breite Kundenbasis geschaffen, auf der wir nun aufsetzen - auch im Cash Management, wo wir in den vergangenen Jahren vor allem durch Neugeschäft stets Erlöszuwächse erzielen konnten, hält Bock dagegen.

s.backhaus[at]dertreasurer.de