HVB-Manger Thomas Dusch im Interview

26.04.18 08:20

Hypovereinsbank zieht Zwischenfazit zu Instant Payments

Von Andreas Mehring

Die Hypovereinsbank bietet ihren Kunden seit rund sechs Monaten Instant Payments an. GTB-Co-Chef Thomas Dusch zieht im Gespräch mit DerTreasurer ein erstes Fazit über den bisherigen Verlauf.

UniCredit/HypoVereinsbank

Thomas Dusch erwartet einen deutlichen Anstieg der Volumina von Instant Payments.

Seit November 2017 bietet die Hypovereinsbank (HVB) Instant Payments an und ist damit bisher die einzige deutsche Bank, die ihren Kunden Echtzeitzahlungen ermöglicht. In einer Zwischenbilanz zeigt sich Thomas Dusch, stellvertretender Chef des globalen GTB-Geschäfts der Uni Credit, äußerst zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. „Das Feedback der Kunden ist sehr positiv“, erklärt der Banker im Gespräch mit DerTreasurer. „Die Anzahl der durchgeführten Transaktionen hat unsere Erwartungen um rund 30 Prozent übertroffen.“ Die insgesamt im Markt durchgeführten Volumina würden naturgemäß stark vom Bankenumfeld abhängen. „Wir erwarten hierbei in den kommenden 12 bis 18 Monaten einen deutlichen Anstieg, sobald mehr Banken Instant Payments unterstützen.“

C2C-Zahlungen machen Großteil der Instant Payments aus

Insgesamt lassen sich derzeit 20 Banken per Echtzeitüberweisung erreichen. Ein Großteil der Instant Payments findet zwischen HVB-Konten statt, auch mit der niederländischen ABN Amro wickeln die Münchener einige Zahlungen ab. „Wir sind davon überzeugt, dass sich Instant Payments durchsetzen werden“, so Dusch. Deshalb habe man den Kunden diesen neuen Service auch hierzulande frühzeitig anbieten wollen. Die Startphase werde nun auch genutzt, um insbesondere gemeinsam mit Unternehmenskunden mögliche Anwendungsmöglichkeiten zu eruieren.

Zwei Drittel der Instant Payments entfallen laut Dusch derzeit auf C2C-Transaktionen, ein Drittel seien C2B-Zahlungen: „Das sind etwa Rechnungen oder Gutscheinzahlungen.“ Bisher würden im Schnitt „niedrige vierstellige Beträge“ mittels Echtzeitüberweisung abgewickelt.

Dass vor allem Privatkunden Instant Payments nutzen, liegt auch an der Betragsgrenze von 15.000 Euro. Jedoch dürfte sich dies in naher Zukunft ändern. Das European Payment Council werde sich im November auch mit einer möglichen Anhebung der Obergrenze befassen. „Komplett fallen wird die Betragsgrenze aber wohl erst einmal nicht“, so Dusch.

Thomas Dusch beschwichtigt bei Sicherheitsbedenken

Das liegt auch an Sicherheitsbedenken bei Instant Payments. Durch den Wegfall der Cut-off-Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld in einem Betrugsfall nicht mehr zurückzuholen ist. Dusch versucht diese Sorgen zu zerstreuen und verweist auf die strengen internen Kontrollmechanismen der HVB, um Betrugsversuche zu erkennen.

„Da unterscheiden sich Instant Payments nicht von gewöhnlichen Sepa-Überweisungen“, erklärt Dusch  und ergänzt: „Zudem arbeiten wir bei Instant Payments mit ausgewählten Banken zusammen und befinden uns im Euro-Raum.“ Allerdings gelang es Kriminellen bereits vor der Entwicklung von Instant Payments immer wieder Geld zu erbeuten. Dabei hätten die meisten Betrugsfälle in Übersee stattgefunden.

Wie viel eine einzelne Echtzeitüberweisung den Kunden kostet, lässt sich Dusch zufolge nicht allgemein sagen. „Das hängt  stark vom jeweils gewählten Kontenmodell ab“, erklärt der Banker. Sicher dürfte jedoch sein, dass der Durchschnittspreis über dem einer Standardüberweisung liegt, da Banken in ihre eigene Infrastruktur investieren müssen, um Echtzeitüberweisungen zu ermöglichen.

Mehring[at]derTreasurer.de

Wie weit sind einzelne Banken bei der Umsetzung der Sepa Instant Payments? Und was bringen die Echtzeitzahlungen für Corporate Treasurer? Alle wichtigen Informationen finden Sie auf unserer Themenseite rund um Instant Payments.