Rewe führt eBam ein.

Rewe Group

29.10.21
Cash Management & Zahlungsverkehr

Kommt eBam jetzt in Schwung?

eBam hatte zunächst Startschwierigkeiten. Jetzt wagen zwei Großkonzerne einen neuen Versuch und wollen die elektronische Kontenverwaltung einführen.

Elektronisches Bankkontenmanagement (eBam) gibt es zwar schon lange, dennoch haben bisher nur wenige Treasury-Abteilungen derartige Lösungen eingeführt. Mit eBam können Unternehmen theoretisch digital Konten eröffnen und schließen, Bevollmächtigte ändern oder Mandate zuteilen. Zunächst ist die Einführung von eBam mit einem hohen Aufwand verbunden.

Der Energiekonzern E.on gehörte 2018 deshalb zu den ersten Unternehmen, die das Thema eBam auf die Agenda setzten und gemeinsam mit anderen Corporates den Druck auf die Banken erhöhen wollten. Einige Geldhäuser wie etwa die Deutsche Bank oder die ING konnten die Essener auch schon überzeugen. Doch insgesamt ist der Fortschritt schleppend.

Woran liegt das? Die Entwicklung kratzt letztlich am berühmten Henne-Ei-Problem: Die Unternehmen wollen entsprechende Lösungen erst einführen, wenn Banken die technische Schnittstelle dafür bereitstellen. Die Banken wiederum investieren nicht in die Umsetzung, solange die Unternehmen selbst keine eBam-Tools im Einsatz haben.

 

 

Rewe und Fresenius führen eBam ein

Zwei Konzerne, die die Umstellung auf eBam gerade angehen, versuchen nun, diesen Zustand zu ändern. Relativ am Anfang steht noch Fresenius, der Konzern plant die Einführung seit Anfang dieses Jahres. Bei Fresenius ist neben der Kontoeröffnung vor allem die Änderung von Kontobevollmächtigten zeitaufwendig. Für die Einführung von eBam hat der Gesundheitskonzern den TMS-Anbieter Tipco, dessen Software TIP Fresenius ohnehin schon nutzt, und die Deutsche Bank hinzugezogen. Konkret losgehen soll die digitale Kontenverwaltung im ersten Quartal 2022, nachdem Fresenius ein Upgrade auf das aktuelle Release in TIP durchgeführt hat. Danach will der Konzern weitere seiner 30 Kernbanken anbinden.

Wesentlich weiter ist dagegen schon Rewe. Der Handels- und Touristikkonzern plant die Einführung der elektronischen Prozesse schon seit Anfang 2019. Auch bei Rewe soll eBam den Aufwand beim Kontenmanagement wesentlich verringern. Seit dem Sommer arbeiten die Kölner intensiv an einer Nachrichtenübermittlung mittels Swift an die ING über Serrala. Für den Typ-Account-Report (ACMT.013) habe das schon funktioniert. Jetzt stehe noch eine Kontoveränderung, wie zum Beispiel eine Namensveränderung, an. Der Konzern sei kurz vor dem Durchbruch.

Den ausführlichen Artikel zu eBam können Sie im aktuellen Printmagazin nachlesen.

s.backhaus[at]dertreasurer.de