Thomas Ladage zentralisiert das KWS-Saat-Treasury in Berlin.

Klaus Lange

19.03.20
Cash Management & Zahlungsverkehr

KWS Saat zentralisiert Treasury in Berlin

Wie stellt sich ein Treasury richtig auf? Diese Frage hat Thomas Ladage für KWS Saat mit einem Shared Service Center in Berlin beantwortet. In der Titelgeschichte der neuen Zeitschrift berichtet er über den Umbau und den größten M&A-Deal der Unternehmensgeschichte.

Big in Berlin: Von der niedersächsischen Provinz in die Hauptstadt zog das Treasury von KWS Saat im vergangenen Jahr. Der Saatgutkonzern hatte sein Treasury zuvor aus Einbeck gemanagt, unterstützt von vier europäischen Service-Centern sowie jeweils einem in Nord- und Südamerika. Doch diese Struktur brachte laut Finanzleiter Thomas Ladage nicht die „gewünschten Erfolge“.

Deshalb führt KWS Saat sein Treasury in Berlin zusammen. In die Bundeshauptstadt brachte uns auch die Titelgeschichte der neuen Ausgabe, die heute schon als E-Paper erhältlich ist. Im Interview beantwortete Finanzleiter Ladage nicht nur wie bessere Prozesse dazu beitragen sollen, bessere Entscheidungen für das Treasury zu treffen. Er sprach auch über die größte M&A-Transaktion des Unternehmens. Dabei verhandelte Ladage unter anderem eine Brückenfinanzierung über 600 Millionen Euro, die BNP Paribas, DZ Bank und Unicredit im Juni 2019 zur Verfügung stellten, gleichzeitig mit einer neuen revolvierenden Kreditlinie. „Das hat uns für zwei Monate ordentlich auf Trab gehalten“, gesteht der Finanzleiter.

Coronavirus: Jetzt sind die Risikomanager gefordert

Als wir Ladage Anfang des Jahres in Berlin besuchten, war das Coronavirus noch ein Phänomen im fernen China, von einer Pandemie noch nicht die Rede. Inzwischen hält die Welt den Atem an: Das Problem hat sich nach Europa verlagert, die Grenzen werden geschlossen, das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Italien hat gleich das komplette Land zur roten Zone erklärt. Events und Messen werden reihenweise abgesagt oder vertagt – auch im Treasury-Bereich.

Und die Folgen kommen nach dem Einknicken der Börsen nun mit voller Wucht in der Realwirtschaft an. Das trifft Reise- und Touristikunternehmen, aber auch Industrieunternehmen kämpfen mit dysfunktionalen Lieferketten. Corona ist wohl eines dieser unknown Unknowns, über die man so oft spekuliert.

Jetzt schlägt die Stunde der Risikomanager, Cash ist (wieder) King. Viele Treasurer werden wie in der Finanzkrise 2008/09 die Fragen des Top-Managements beantworten müssen: Wie viel Liquidität ist vorhanden? Wie lange reicht sie? Müssen vorsorglich weitere Finanzquellen erschlossen werden? Und welche Kanäle sind dafür denkbar? Wäre das Thema nicht so ernst, könnte man sich über die ungewohnte Aufmerksamkeit glatt freuen.

Schwerpunkt: So digitalisieren die Treasurer

Am schönsten wäre es aber, man verfügte über alle Daten – aktuelle Kontobewegungen, Liquiditätsstatus, unterschiedliche Cash-Positionen – in Echtzeit. Warum das noch eine Vision ist und sich Top-Unternehmen wie die Deutsche Post DHL mit „Near-time Informationen“ begnügen müssen, erfahren Sie in unserem zugehörigen Artikel im neuen Magazin.

Auch im Schwerpunkt dieser Ausgabe geht es um mehr Prozesseffizienz und neue Ansätze im Treasury. Wir greifen dort den Megatrend Digitalisierung mit vielen unterschiedlichen Aspekten auf. Was bringt Künstliche Intelligenz dem Treasury? Wie verändert sich die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bank? Und nicht zuletzt: Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für KYC-Prozesse? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in dieser Ausgabe.

Dentz[at]derTreasurer.de

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