Mehr Transparenz im Auslandszahlungsverkehr

18.04.17 11:10

PSD2 verkürzt Valuta für FX-Zahlungen

Von Desiree Backhaus

Die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 verschärft die Sicherheitsanforderungen und den Wettbewerb im Zahlungsverkehr. Eine Neuerung steht aber noch kaum im Fokus – und von der können auch Treasurer profitieren: Die schnellere Gutschrift von Fremdwährungszahlungen.

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Bei Zahlungen in Fremdwährung bekommen Treasurer dank der PSD2 mehr Planungssicherheit.

Treasurer dürfen auf mehr Transparenz im Auslandszahlungsverkehr hoffen: Ab Januar 2018 müssen Banken eingehende Zahlungen in Fremdwährungen spätestens einen Tag nach Zahlungseingang auf Kundenkonten gutschreiben und spätestens nach der Währungskonvertierung wertstellen. „Dies gilt für sämtliche Währungen und zwar immer dann, wenn die Zahlung in Euro konvertiert werden muss“, sagt Hubertus von Poser, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Bankberatung PPI, die sich auf Zahlungsverkehr spezialisiert hat. Derzeit dauerten die Konvertierung und die Wertstellung besonders bei kleineren Banken auch mal zwei bis drei Tage, weiß der Berater: „Wer also beispielsweise auf Geld eines US-amerikanischen Kunden oder eines japanischen Geschäftspartners wartet, hat künftig mehr Planungssicherheit.“

Hintergrund ist die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Bislang sind Gutschrifts- und Wertstellungsfristen nur für EU-Währungen verpflichtend. Mit der Novellierung der Richtlinie werden aber sämtliche Fremdwährungen erfasst. Diese Änderung geht in der öffentlichen Diskussion der PSD2 jedoch unter. Dort stehen zwei Neuerungen im Fokus: Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen soll, sowie die Verpflichtung der Banken, ihre Zahlungsinfrastruktur für Drittdienstleister zu öffnen.

PSD2 adjustiert auch die Gebührenpolitik im Zahlungsverkehr

Diese beiden Neuerungen greifen aller Voraussicht nach erst Anfang 2019 - obwohl die PSD2 bereits im kommenden Januar in Kraft tritt. Grund für die Verzögerung ist die Europäische Bankenaufsicht EBA. Sie hatte die technischen Regulierungsstandards, die die PSD2-Vorgaben konkretisieren, erst Ende Februar vorgelegt. Mit der Verabschiedung der Standards durch die EU-Kommission rechnen Experten erst im Sommer. Dann bleibt den Banken 18 Monate Zeit zur Umsetzung.

Nicht nötig sind diese Spezifikationen dagegen für die Harmonisierung der Valutierung von FX-Zahlungen. Berater von Poser mahnt daher, diese Facette der PSD2 nicht zu unterschätzen: „Die Banken, die die neuen Fristen noch nicht abbilden können, sollten nun alle Energie in die aufwendige Umstellungen von Zahlsystemen und Devisenprozessen stecken.“

Die PSD2 adjustiert auch die Gebührenpolitik im Zahlungsverkehr: So gibt es für Zahlungen innerhalb der EU bald genauere Vorschriften, wer für eine Transaktion zur Kasse gebeten werden darf: „Es ist künftig nicht mehr möglich, dass der Empfänger der Zahlung die Gebühr trägt“, sagt von Poser. Im außereuropäischen Zahlungsverkehr gelte dies dagegen nicht.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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