greenbutterfly - stock.adobe.com

07.09.20
Cash Management & Zahlungsverkehr

So funktioniert Request to Pay

Das neue Bezahlverfahren Request to Pay steht kurz vor dem offiziellen Start. Wie läuft der Prozess zur Zahlungsaufforderung ab und was müssen Treasurer wissen? Eine kurze Zusammenfassung.

Unternehmen wie die Otto-Gruppe oder Telefónica Deutschland verfolgen interessiert, was die Bankenbranche hinsichtlich Request to Pay (RTP) unternimmt. Gerade Industrien mit einem hohen Rechnungs- und Lastschriftanteil erhoffen sich von der Zahlungsaufforderung eine Vereinfachung ihrer Prozesse im Debitorenmanagement. Für Treasurer, die sich noch nicht so intensiv mit dem neuen Sepa-Verfahren befasst haben, das im November offiziell startet, gibt es hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Funktionsweisen.

So sieht das Regelwerk für Sepa-RTP vor, dass die Zahlungsaufforderung immer vom Zahlungsempfänger initiiert wird. „Er kann dem RTP dabei sowohl ein Ablaufdatum inklusive Ablaufzeit als auch ein gewünschtes Ausführungsdatum inklusive Ausführungszeit mitgeben“, erklärt Enrico Köhler, Manager Payments und Digitization bei der Technologieberatung Ausy. „In der Nachricht zur Zahlungsaufforderung kann dabei auch eine Rechnungsreferenz hinterlegt werden.“ Der Vorteil: Die Firma kann einen späteren Zahlungseingang automatisch dem Grundgeschäft zuordnen.

Request to Pay soll per Instant Payment erfolgen

Der Zahler hat fünf Möglichkeiten, auf die Aufforderung zu reagieren: Jetzt annehmen, später annehmen, jetzt bezahlen, später bezahlen oder die RTP vollständig ablehnen. „Der Zahlungsempfänger erhält von seiner Bank über einen Statusbericht die Information, wie sich der Zahler entschieden hat“, so Köhler. „Somit hat er immer Kenntnis über den aktuellen Stand und weiß, wann er sein Geld erhält.“

Der Statusbericht ist neben der Aufforderung zur Zahlung der zweite Nachrichtentyp, der durch das Sepa-RTP-Regelwerk des Standardsetzers EPC definiert wird. Insgesamt ist das Regelwerk recht offen gestaltet, berichtet Köhler: „Es gibt auch nicht vor, welche Zahlart im Anschluss angestoßen werden soll.“ Zwar empfehle der EPC ein Sepa Instant Payment. „Theoretisch könnte es aber auch eine normale Sepa-Überweisung sein.“

Wie schnell kommt Request to Pay in der Praxis an?

Der Payment-Experte ist aber skeptisch, wie schnell Banken ihren Kunden Request to Pay tatsächlich anbieten werden. „Die Prioritäten im Zahlungsverkehr liegen derzeit in vielen Banken auf den anstehenden Umstellungen von Target und Swift, neue Produkte kommen da nicht selten zu kurz.“

Die Deutsche Bank und die DZ Bank hatten erklärt, dass sie RTP ab 2021 anbieten wollen, die HVB will RTP „zeitnah“ umsetzen, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Letztlich dürfte vor allem die Abdeckung bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken darüber entscheiden, wie schnell RTP sich etabliert.

Buchholz[at]derTreasurer.de

Ein neues Bezahlverfahren geht an den Start. Was leistet die Zahlungsaufforderung für das Treasury und wie reagieren die Banken? Mit unserer Themenseite Request to Pay bleiben Sie auf dem Laufenden.