Regulierung fördert elektronische Rechnungen

05.11.14 08:00

Schweiz macht E-Invoicing verpflichtend

Von Desiree Backhaus

Österreich hat es vorgemacht, jetzt folgt die Schweiz: Ab dem 1. Januar 2016 müssen alle Unternehmen, die für die Schweizer Bundesverwaltung tätig sind, ihre Rechnungen elektronisch einreichen. E-Invoicing gewinnt dank der Regulierung an Bedeutung – auch in Deutschland. Doch es gibt einige Hindernisse.

Schweiz macht E-Invoicing verpflichtend

swisshippo/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die Schweiz fördert E-Invoicing

Die Schweiz treibt E-Invoicing voran: Ab dem 1. Januar 2016 müssen Unternehmen Rechnungen über mehr als 5.000 Franken (4.150 Euro) an die Schweizer Bundesverwaltung in elektronischer Form übermitteln. Die Finanzverwaltung will so Zeit und Kosten bei der Rechnungsverarbeitung sparen.

Die Entscheidung der Schweiz geht einher mit einem allgemeinen Sinneswandel zugunsten von E-Invoicing: Hatte der Gesetzgeber elektronischen Rechnungsversand in den vergangenen Jahren gehemmt – etwa durch restriktive Steuergesetzgebungen – fördern nun immer mehr Staaten die Umstellung auf E-Invoicing. In Österreich sind elektronische Rechnungen an den Bund bereits seit Anfang 2014 Pflicht sind. In Deutschland gibt es so eine Verpflichtung zwar noch nicht, die sogenannte Zugferd-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriumswill E-Invoicing bei Mittelständlern jedoch vorantreiben. Die Initiative hat ein standardisiertes Format entwickelt, das es ermöglicht, Rechnungsdaten als XML-Dateien in einem PDF-Dokument zu übermitteln und diese automatisiert zu verarbeiten.

E-Invoicing: Der Staat als Impulsgeber

Bislang sind die Nutzungsraten in der DACH-Region allerdings noch eher gering: 2014 wird in der Schweiz etwa knapp jede fünfte Rechnung, in Österreich gut jede fünfte und in Deutschland gut jede vierte Rechnung elektronisch verschickt, schätzt der Schweizer E-Invoicing-Dienstleisters Billentis in einer Mitte Oktober veröffentlichten Studie.

Viele Experten sehen die öffentliche Hand daher als wichtigen Impulsgeber, um eine kritischen Masse von E-Invoicing-Nutzern zu erreichen: Ist die Übermittlung elektronischer Rechnungen an den Staat verpflichtend, müssen einige Unternehmen umstellen. Damit wird auch die Bereitschaft anderer Unternehmen steigen, Geld in die Erstellung und Bearbeitung von E-Rechnungen zu investieren.

Es fehlt an Standards für elektronische Rechnungen

Doch ein gravierendes Problem bleibt: Zwar gibt es Standards in Bezug auf die Inhalte und die Struktur der zu übermittelnden Rechnungsdaten. Diese unterscheiden sich jedoch je nach Land erheblich. Das spüren auch deutsche Unternehmen, die für den Österreichischen oder den Schweizer Staat arbeiten. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, bleibt ihnen kaum eine andere Möglichkeit als auf E-Invoicing-Provider zu setzen, die die Rechnungsdaten entsprechend konvertieren. Die Einrichtung einer solchen Schnittstelle empfiehlt die Schweizer Bundesverwaltung aktiv.

Bis die EU sich zu einem einheitlichen Standard durchgerungen hat, wird wohl noch einige Zeit vergehen - Sepa lässt grüßen.

backhaus[at]derTreasurer.de