Ausnahme für Cash Pools

25.10.16 08:22

Steuern: US-Treasury-Rule 385 wird entschärft

Von Desiree Backhaus

Erleichterung für Corporate Treasurer: Die USA haben ihre Steuerregulierung 385 massiv entschärft. Cash-Pool-Transaktionen werden von der Regulierung ausgeklammert, doch eine Rest-Unsicherheit bleibt.

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Ist den Treasurern stark entgegengekommen: das US-Finanzministerium in Washington.

Corporate Treasurer haben bei der umstrittenen US-Steuerregulierung 385 einen wichtigen Erfolg errungen: Die in der vergangenen Woche vorgelegte finale Version erhält eine Ausnahme für Cash Pools. Demnach dürften in den USA tätige Unternehmen nun doch nicht Gefahr laufen, dass Cash-Pool-Transaktionen von Fremd- in Eigenkapital umklassifiziert werden. Damit wären sie auch höher besteuert worden.

Komplett vom Tisch ist das Problem allerdings nicht: Steuerexperten warnen vor Restrisiken, unter anderem aufgrund der Definition von Cash Pooling. Auch Banker mahnen zur Vorsicht: „Die Reichweite der US-Treasury Rule 385 ist wesentlich geringer als ursprünglich angenommen“, sagt Lothar Meenen, Leiter Trade Finance und Cash Management Corporates Deutschland bei der Deutschen Bank. „Deutsche Unternehmen sollten dennoch die Kreditkapazität ihrer US-Töchter mit Blick auf Pooling genau analysieren.“

Konzerninterne Darlehen müssen künftig besser dokumentiert werden

Bei der Dokumentationspflicht für konzerninterne Darlehen ist das Finanzministerium den Treasurern ebenfalls entgegengekommen: Für US-Kreditnehmer wurden sie erleichtert. Zudem treten sie erst am 1. Januar 2018 in Kraft und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Rule 385 soll die Anreize für multinationale Konzerne verringern, ihren Sitz in Steueroasen zu verlagern und das Kapital über unternehmensinterne Kredite ins Ausland zu schaffen. Im April hatten die US-Behörden einen Regulierungsentwurf vorgelegt und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Einige deutsche Großkonzerne dürften nun durchatmen. In einer noch unveröffentlichten Umfrage von DerTreasurer unter 108 Treasury-Verantwortlichen Ende September/Anfang Oktober gaben immerhin 18 Prozent der Befragten an, sie rechnen aktuell damit, Veränderungen an ihrem US-Dollar-Cash-Pool vornehmen zu müssen. 22 Prozent gingen davon aus, ohne Veränderungen auszukommen. Der Rest hatte sich noch nicht mit dem Thema befasst, keine (Cash-Pool)-Aktivitäten in den USA oder traute sich keine Einschätzung zu.

Backhaus[at]derTreasurer.de