Proof of Concept ist Teil der GPI-Initiative

26.04.17 09:48

Swift beginnt Blockchain-Test

Von Sabine Paulus

Swift experimentiert mit der Blockchain-Technologie. Mit einigen Transaktionsbanken testet der Finanznachrichtendienstleister, ob sie mit Hilfe von Blockchain ihre Daten in Echtzeit abgleichen können. Im Oktober sollen die Ergebnisse vorliegen.

Swift will mit einigen Korrespondenzbanken testen, ob Blockchain bei der Global Payment Innovation (GPI) Initiative eine Rolle spielen kann.

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Swift will mit einigen Korrespondenzbanken testen, ob Blockchain bei der Global Payment Innovation (GPI) Initiative eine Rolle spielen kann.

Swift experimentiert mit der Blockchain-Technologie: Der Finanznachrichtendienstleister nennt nun erstmals einige der Banken, mit denen er testen will, ob die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) das Korrespondenzbankengeschäft erleichtern und damit den globalen Zahlungsverkehr beschleunigen kann.

Unter anderem mit der Australia and New Zealand Banking Group, BNP Paribas, BNY Mellon, DBS Bank, RBC Royal Bank und Wells Fargo entwickelt Swift hierfür im Moment eine „Proof of Concept“-Applikation. Die Beteiligten wollen zunächst eruieren, ob und unter welchen Umständen die Banken mit der Blockchain-Technologie den Abgleich der sogenannten Nostro-Datenbanken, die im Korrespondenzbankengeschäft zum Einsatz kommen, in Echtzeit durchführen können. Anschließend soll die Applikation gebaut und getestet werden.

Weitere 20 Banken sollen sich zu einem späteren Zeitpunkt anschließen, um das Blockchain-Konzept weiter zu testen. Auf der kommenden Sibos im Oktober will der Finanznachrichtendienstleister die Ergebnisse vorstellen.

Mit dem nun begonnen Test macht Swift eine Ankündigung aus dem Januar wahr: Damals hatte die Bankgenossenschaft erklärt, in diesem Frühjahr eine Studie zum Thema Blockchain durchführen zu wollen.

Blockchain könnte Kosten für Zahlungsabwicklung senken

Der Proof of Concept ist Teil der vor mehr als einem Jahr gestarteten Global Payments Innovation (GPI) Initiative. Mit dieser will der Finanznachrichtendienstleister einheitliche Standards im Korrespondenzbankengeschäft etablieren.

Sollte der Test erfolgreich sein und die Banken mit Hilfe von Blockchain ihre Daten in Echtzeit abgleichen können, würde das die Zahlungsabwicklung beschleunigen und letztendlich auch günstiger machen. Derzeit müssen die Kreditinstitute den Geldbestand auf ihren ausländischen Konten durch laufende Aktualisierungen von Last- und Gutschriften sowie Tagesendabrechnungen kontrollieren. Das kostet Zeit und Geld, was die Gebühren für die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen in die Höhe treibt.

Die „Proof of Concept“-Applikation wird Swift zufolge eine geschlossene Blockchain-Anwendung sein. Solche Distributed-Ledger-Anwendungen  sind  nur  für  genehmigte Teilnehmer  mit strengen Datenkontrollen zugänglich. Die Daten werden laut Swift auf dem „Kontobuch“ gespeichert und die genutzten Programmierschnittstellen sind so konzipiert, dass sie die ISO 20022-Nachrichtenformate unterstützen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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