Instant Payments in Down Under

15.02.18 09:01

Swift führt Echtzeitzahlung in Australien ein

Von Andreas Mehring

Die Entwicklung von Echtzeitzahlungen schreitet voran. In Australien hat Swift nun die New Payments Platform zur Abwicklung von Sofortzahlungen gestartet. Und auch in Europa werden die Pläne des Finanznachrichtendienstleisters konkreter.

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In Australien sind nun Zahlungen in Echtzeit möglich.

Australien reiht sich in die Länder ein, in denen Privatleute und Unternehmen in Echtzeit bezahlen können. Der Finanznachrichtendienstleister Swift hat den Startschuss für seine New Payments Platform (NPP) in Australien gegeben. Laut eigenen Angaben ermöglicht NPP die Abwicklung von inländischen Echtzeitzahlungen.

Swift kooperiert dafür eng mit der australischen Zentralbank: Über sie sollen die beteiligten Banken Instant Payments in Echtzeit setteln – und das 24 Stunden täglich. Auch auf Seiten der Privatkunden und Unternehmen soll die neue Infrastruktur Innovationen vorantreiben: Um die Überweisungen zu authentifizieren, können Konten beispielsweise mit einer Mobilfunknummer oder einer E-Mail-Adresse verbunden werden, teilt Swift mit.

Der Start für NPP erfolgte mit leichter Verspätung. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass die Plattform bereits im vierten Quartal 2017 für erste Echtzeitzahlungen geöffnet wird. Australischen Medienberichten zufolge bieten die drei lokalen Großbanken Westpac, Commonwealth Bank und National Australia Bank ihren Kunden bereits Instant Payments an. Der vierte wichtige Player ANZ teste die Plattform noch.

Sepa Instant Payments seit November möglich

Für Swift ist NPP eine wichtige Komponente im Rahmen ihrer globalen Instant Payments-Strategie. In diesem November will die Brüsseler Bankgenossenschaft auch in der Euro-Zone einen Sofortzahlungs-Nachrichtendienst zur Verfügung stellen.

Hierzulande sind Echtzeitzahlungen zwar bereits seit November des vergangenen Jahres möglich. Jedoch bietet bisher lediglich die Hypovereinsbank als einzige deutsche Bank Instant Payments an. Die meisten deutschen Bankhäuser wollen im Laufe dieses Jahres nachziehen. Dann startet auch die EZB ihre Echtzeitzahlungsplattform Tips. Auf dieses Datum arbeitet offenbar auch Swift mit seinem Messaging-Service hin. 

In Spanien und Italien sieht es hingegen anders aus. Dort bieten weitaus mehr Finanzinstitute die Möglichkeit der Echtzeitzahlung schon jetzt an. Allerdings sind die Volumina noch gering, wie EBA-Clearing-Chef Hays Littlejohn kürzlich im Interview mit DerTreasurer verriet.

Darüber hinaus will Swift auch grenzüberschreitende Echtzeitzahlungen vorantreiben. Mit der Global Payments Innovation (GPI), die Swift im Februar 2017 gestartet hatte, können Nutzer den Status ihrer Zahlungen jederzeit abrufen. Aktuell bieten 40 Banken weltweit ihren Kunden diesen Service an.

Mehring[at]derTreasurer.de

Wie weit sind einzelne Banken bei der Umsetzung der Sepa Instant Payments? Und was bringen die Echtzeitzahlungen für Corporate Treasurer? Alle wichtigen Informationen finden Sie auf unserer Themenseite rund um Instant Payments.