Bis 2020 sollen alle Banken im Swift-Netzwerk GPI-Zahlungen gewährleisten.

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16.01.19
Cash Management & Zahlungsverkehr

Swift GPI wird neue Normalität

Swift kommt bei seinem GPI-Angebot voran. Die Anzahl an GPI-Zahlungen steigt und auch bei der TMS-Integration hat der Finanznachrichtendienstleiter einen Erfolg zu vermelden.

Nur knapp zwei Jahre nach dem Start hat sich GPI als Standard im internationalen Zahlungsverkehr etabliert: 55 Prozent des grenzüberschreitenden Swift-Traffics werden nun als GPI-Zahlungen ausgeführt, teilte der Finanznachrichtendienstleister mit. Die Hälfte dieser Zahlungen wird den Empfängern Swift-Angaben zufolge binnen 30 Minuten gutgeschrieben, nahezu alle innerhalb von 24 Stunden.

Swift strebt bis Ende 2020 GPI-Vollabdeckung an

Bis Ende 2020 will die Brüsseler Genossenschaft eine GPI-Vollabdeckung erreichen: Bis dahin sollen alle 10.000 Banken im Swift-Netzwerk eine gleichtägige Gutschrift von Zahlungen bei vollständiger Transparenz entlang der Zahlungskette gewährleisten.

Einen wichtigen Schritt dahin hat Swift im vergangenen November gemacht: Seither müssen alle Banken für sämtliche Swift-Zahlungen die GPI-Referenznummer angeben, die ein Tracking der Zahlung ermöglicht. Das gilt unabhängig davon, ob die jeweilige Bank GPI unterstützt oder nicht.

Davon profitieren auch die im globalen Zahlungsverkehr leidgeprüften Treasurer: Ihnen ist die Nachvollziehbarkeit von grenzüberschreitenden Zahlungen oftmals wichtiger als Geschwindigkeit. Denn immer wieder kommt es vor, dass Zahlungen nicht ausgeführt werden können oder nur Teilbeträge bei Geschäftspartnern im Ausland ankommen. Hier hilft die GPI-Tracking-Funktion, die anzeigt, wo in der Korrespondenzkette etwas schief gelaufen ist beziehungsweise, welche Bank Gebühren abgezogen hat.

Swift erzielt Durchbruch bei TMS-Integration

Erste Unternehmen – darunter Airbus, Borealis und Roche – können diese Zahlungsverfolgung bereits automatisiert und in einem standardisierten Format über ihr Treasury Management System (TMS) abrufen. Für die Treasury-Abteilungen ist das ein großer Vorteil: Sie müssen sich die Daten nicht manuell von jeder Bank einzeln abholen. Die aus dem Tracking gewonnenen Informationen können die Unternehmen dafür nutzen, um die jeweiligen Zahlwege zu analysieren und im Hinblick auf Kosten und Geschwindigkeit zu optimieren.

Das Projekt mit dem Namen GPI for Corporates befinde sich derzeit in der Early-Adopters-Phase, erklärte Swift auf Anfrage von DerTreasurer: „Die TMS-Integration soll im zweiten Quartal dieses Jahres allgemein verfügbar sein.“ Derzeit würden bereits mehr als zehn TMS-Anbieter diese Funktion anbieten, darunter SAP, FIS und Kyriba. Zu den unterstützenden Banken gehören Citi, Deutsche Bank, JP Morgan, Société Générale und Standard Chartered.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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