Markteinführung für 2017 geplant

24.02.16 08:43

Swift will globalen Zahlungsverkehr vereinfachen

Von Desiree Backhaus

Im weltweiten Zahlungsverkehr treffen Treasurer auf diverse Hürden. Diese will der Finanznachrichtendienstleister Swift nun ausräumen und beginnt beim Korrespondenzbankennetzwerk.

Stewart Sutton/Digital Vision/Thinkstock/Getty Image

International tätige Unternehmen klagen über Hindernisse im globalen Zahlungsverkehr. Das soll besser werden, verspricht Swift.

Swift will den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr transparenter und effizienter gestalten. 45 internationale Banken haben sich der kürzlich ins Leben gerufenen Innovationsinitiative des Finanznachrichtendienstleisters angeschlossen, ein Pilotprojekt startet in den kommenden Wochen. „Die Markteinführung des vollen Service ist für 2017 geplant“, teilte Swift auf Anfrage von DerTreasurer mit.

Das Ziel ist die Entwicklung einheitlicher Standards im Korrespondenzbankengeschäft. Diverse Banken ziehen sich derzeit aus Kostengründen aus gewissen Ländern zurück und  streichen gleichzeitig wegen strenger regulatorischer Anforderungen ihr Korrespondenzbankennetzwerk zusammen. Kern der Initiative sind deshalb neue „Service Level Agreements“ (SLAs), die derzeit gemeinsam ausgearbeitet werden und an die sich alle an der Initiative beteiligten Banken halten müssen. Eine neue Infrastruktur soll es nicht geben, bekräftigte Swift. Daher sei man auch zuversichtlich den Service sehr schnell und umfassend im Markt einzuführen.

Treasurer klagen über Schwierigkeiten im internationalen Zahlungsverkehr

International tätige Unternehmen klagen bereits seit Jahren darüber, dass die Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen intransparent seien. Oft sei zudem nicht abzusehen, wann eine Zahlung tatsächlich ausgeführt wird. Gerade wenn Zahlungen verspätet oder nur in Teilen bei den ausländischen Lieferanten ankommen, kann das für Ärger sorgen. Besonders bei exotischen Währungen und bei Überweisungen ins außereuropäische Ausland ist das ein Problem.

Dass die Banken mit der Initiative nun auf diese Klagen reagiert, dürfte vor allem auch an neuen Playern im Zahlungsverkehr liegen. Swift bestreitet das nicht: „Auch der Wettbewerb von Seiten neuer Anbieter und die Zunahme an Echtzeit-Zahlungsmöglichkeiten in den jeweiligen heimischen Märkten veranlassen die Banken, einen verbesserten Service anzubieten, der sich vorteilhaft von Alternativen unterscheidet.“ In einem zweiten Schritt will Swift auch die Potentiale der Blockchain-Technologie ausloten.

Backhaus[at]derTreasurer.de