Haussmann/Frankfurt Business Media

05.06.18
Cash Management & Zahlungsverkehr

Wie Instant Payments der Durchbruch gelingen kann

Die Entwicklung der Sepa Instant Payments beobachten Treasurer interessiert, aber noch distanziert. Woran das liegt, diskutieren Zahlungsverkehrsverantwortliche beim 6. Cash Management Campus am 19. Juni in Köln. Ebenfalls im Fokus: die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, das Zinsumfeld und die Treasury-IT.

Seit knapp sieben Monaten können Verbraucher und Unternehmen in der Euro-Zone rund um die Uhr in Echtzeit bezahlen – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis spielen die Sepa Instant Payments für deutsche Unternehmen noch kaum eine Rolle: Zum einen ist die Hypovereinsbank weiterhin die einzige deutsche Bank, die Echtzeitzahlungen hierzulande anbietet. Das ändert sich zwar am 10. Juli, wenn die Landesbanken und Sparkassen ihre Instant-Payments-Systeme wie geplant live schalten.

Zum anderen reagieren aber auch die Kunden zurückhaltend: Privatpersonen haben bislang keinen großen Anreiz, in Echtzeit zu bezahlen – solange sie ihre Einkäufe dadurch nicht schneller oder bequemer erhalten. Darauf wiederum sind die Logistikprozesse der Unternehmen (noch) nicht eingestellt. Im B2B-Geschäft scheitern viele mögliche Anwendungsfälle an der für Sepa Instant Payments geltenden Betragsgrenze von 15.000 Euro.

Instant Payments: Deutsche Bahn, Dachser und VDT diskutieren

Welche Voraussetzungen müssen also gegeben sein, damit Instant Payments – wie von vielen Marktteilnehmern prognostiziert – die neue Normalität im Zahlungsverkehr werden? Welchen Preis können Banken für Echtzeitzahlungen verlangen? Und wie müssen sich Prozesse und IT-Systeme im Treasury verändern, wenn Geld in Echtzeit hereinkommt und den Konzern verlässt?

Diese Fragen diskutiert das Eröffnungspanel beim 6. Cash Management Campus am 19. Juni in Köln. Mit dabei sind Dieter Bellinger, Treasury-Chef beim Logistiker Dachser, Werner Strecker, Leiter Zahlungssysteme und Electronic Banking bei der Deutschen Bahn sowie Regina Deisemann, die beim Verband Deutscher Treasurer (VDT) das Ressort Cash & Liquidity leitet.

Die Expertenrunde nimmt auch eine andere Entwicklung im Zahlungsverkehr in den Blick: Im Zuge der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sind Banken dazu gezwungen, ihre Systeme für Drittanbieter wie Fintechs zu öffnen. Aber wollen Unternehmen ihre Konten und Daten überhaupt mit den neuen Anbietern teilen? Und wie würde eine mögliche Zusammenarbeit mit Fintechs die Bankbeziehung verändern?

Streitgespräch zwischen Osram-Treasurer und Fintech-Vertreter

Apropos Fintech: Die Anbieter von Finanztechnologie verändern nicht nur das Bankgeschäft, auch dem Treasury stehen Umwälzungen bevor. Schon heute übernehmen Computer Standardaufgaben im Finanzbereich. Künftig sollen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz aber auch ausgeklügelte Analysen möglich sein. Welche Rolle spielt dann noch der Treasurer? Welche Tätigkeiten fallen weg, welche neuen Jobprofile sind künftig gefragt? Darüber debattiert der Treasury-Chef von Osram, Roland Mittenhuber mit dem Gründer und CEO von Traxpay, Markus Rupprecht.

Um diese neuen technologischen Möglichkeiten überhaupt ausschöpfen zu können, braucht es allerdings zunächst eine leistungsfähige, sichere und einheitliche IT-Landschaft im Treasury. Hier steht einigen Unternehmen noch eine Mammutaufgabe bevor. Wer gerade ein Treasury-Management-System neu einführt oder darüber nachdenkt, der sollte beim Cash Management Campus dem Vortrag des Chemie- und Pharmakonzerns Merck lauschen. Dort berichtet Jörg Bermüller, Leiter des Cash & Risk Managements bei den Darmstädtern über das sechsjährige Mammutprojet der Ablösung des alten Finavigate durch ein System von FIS.

Wann kommt die Zinswende?

Aber es geht natürlich nicht nur um IT und Digitalisierung beim Cash Management Campus. Ein weiteres heißes Thema ist das Zinsumfeld und die Fragen: Wann kommt die Zinswende? Kann die EZB ihre Geldpolitik wie geplant straffen? Die makroökomischen Antworten liefert der BNP-Ökonom Michal Dybula. Einen Einblick in die Unternehmenspraxis gewährt Olaf Weber, Leiter Treasury & Finanzen bei Vonovia. Weber berichtet, wie der Immobilienkonzern das Zinsumfeld einschätzt und wie Vonovia mit Zinsrisiken umgeht.

Das komplette Programm der Veranstaltung, die DerTreasurer gemeinsam mit der BNP Paribas ausrichtet, können Sie sich hier anschauen.

Backhaus[at]derTreasurer.de

War etwas Spannendes für Sie dabei? Dann melden Sie sich jetzt noch schnell für den Cash Management Campus am 19. Juni in Köln an. Hier geht es zur Anmeldung.