Sprung in die Top-3 für 2020 erwartet

28.01.15 16:11

Zahlungsverkehr: Renminbi erstmals unter Top 5 der Währungen

Von Sarah Nitsche und Desirée Backhaus

Der Renminbi ist weiter auf dem Vormarsch. Erstmals schafft die chinesische Währung den Sprung unter die Top 5 der meistgenutzten Währungen im Zahlungsverkehr.

Schanghai: Hier haben viele Liberalisierungen rund um den Renminbi ihren Anfang genommen.

Zhangyan/Thinkstock/Getty Images

Schanghai: Hier haben viele Liberalisierungen rund um den Renminbi ihren Anfang genommen.

Der Renminbi hat den Sprung unter die Top 5 der am meisten genutzten Währungen im Zahlungsverkehr geschafft. Das zeigen aktuelle Daten des Finanznachrichtendienstleisters Swift. Demnach hat der Renminbi seit November sowohl den Kanadischen als auch den Australischen Dollar überholt und ist damit vom zuletzt siebten Platz der meistgenutzten Währungen nun auf den fünften geklettert.

Im Dezember erreichte die chinesische Währung einen Anteil am weltweiten Zahlungsvolumen von 2,17 Prozent – damit nimmt der Renminbi bereits Kurs auf den Japanischen Yuan, der aktuell mit 2,69 Prozent auf dem vierten Rang weltweit liegt. Noch vor gut zwei Jahren lag das Volumen der Renminbi-Zahlungen im weltweiten Vergleich bei gerade einmal 0,63 Prozent.

Auf das gesamte Jahr 2014 gesehen hat das Volumen von Renminbi-Zahlungen um 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt legten die Währungen um gerade einmal 4,4 Prozent zu.

Deutsche Bank erwartet Sprung in die Top-3 für 2020

Der Sprung in die Top-5-Währungen sei ein Meilenstein, sagte Wim Raymaekerts, Head of Banking bei Swift. „Das zeigt, dass der Renminbi sich zu einem im Wirtschaftsleben anerkannten Zahlungsmittel entwickelt hat.“ Langfristig könnte der Renminbi im Ranking der wichtigsten Währungen im Zahlungsverkehr auf Platz drei vorrücken – und damit auch das britische Pfund überholen, das aktuell mit einem Marktanteil von knapp 8 Prozent allerdings noch einen deutlichen Vorsprung hat. 2020 könnte der Sprung in die Top-3 gelingen, erwartet die Deutsche Bank.

In der Handelsfinanzierung hat die chinesische Währung den Euro bereits abgehängt und liegt auf dem zweiten Platz hinter dem US-Dollar.

China hat dieser Entwicklung mit zahlreichen Liberalisierungsmaßnahmen aktiv vorangetrieben, die Internationalisierung des Renminbi ist erklärtes Ziel der Kommunistischen Partei. Nach der anfangs zaghaften Öffnung der Märkte hatten die Chinesen im November den Weg frei gemacht für grenzüberschreitendes Cash Pooling landesweit und zudem ausländischen Investoren Zugang zur Börse in Shanghai verschafft. Außerdem hatte die Bank of China an der Frankfurter Börse das erste Renminbi-Clearingcenter der Eurozone eingerichtet.

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