Die Also Gruppe verschafft sich mit der neuen Kreditlinie Raum für Zukäufe.

Also Holding AG

29.11.19
Finanzen & Bilanzen

Also Group schließt revolvierende Kreditlinie für Zukäufe ab

Die Schweizer Also Group hat sich zum ersten Mal in ihrer Unternehmensgeschichte eine syndizierte revolvierende Kreditlinie gesichert. Damit will das Unternehmen unter anderem potentielle Zukäufe finanzieren.

Der Grosshandels- und Logistikkonzern Also hat erstmals in seiner 35-jährigen Unternehmensgeschichte eine syndizierte revolvierende Kreditlinie abgeschlossen. Ein Konsortium aus acht Banken unter der Führung von BNP Paribas, Deutsche Bank, Helaba und Unicredit stellen dem Schweizer Unternehmen eine fünfjährige Kreditlinie über 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit diesem Schritt erweitert Also, der eigenen Angaben zufolge über ein Portfolio von über 550 Herstellern in den Informations- und Kommunikationstechnik(ITK)-Produktkategorien Hardware, Software und IT-Services verfügt, seine Finanzierungsbasis. Bislang hat sich das börsennotierte ITK-Distributionsunternehmen, das 2018 einen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro erwirtschaftete, aus dem operativen Cashflow sowie mit kurzfristig verfügbaren bilateralen Kreditlinien, Factoring und Schuldscheindarlehen finanziert. „Durch das transaktionale Geschäft liegt der Hauptteil des Finanzierungsbedarfs im kurzfristigen Bereich“, heißt es im Geschäftsbericht 2018 der Also Gruppe.

Also Group will in Osteuropa wachsen

Mit der neuen Kreditlinie planen die Schweizer dagegen langfristig. Sie soll Unternehmensangaben zufolge „Freiraum für weiteres Wachstum“ liefern. „Wir erhöhen damit unseren finanziellen Spielraum im Hinblick auf die strategische Neuausrichtung der Gruppe sowie weiteres Wachstum auch durch potentielle Zukäufe“, sagt Gustavo Möller-Hergt, CEO der Also Holding.

Die Schweizer wollen insbesondere ihre Position in Osteuropa ausbauen. In dieser Region hat Also in den vergangenen Monaten bereits einige Zukäufe getätigt: Erst Ende Oktober hat das Unternehmen den bulgarischen IT-Distributor Solytron Bulgaria übernommen. Zuvor erwarb Also bereits den slowenischen Großhändler DISS, die polnische ABC Data Group sowie den kroatischen IT-Distributoren Recro. Das Gesamtvolumen des sehr segmentierten IT-Marktes in Osteuropa beträgt laut Also 30 Milliarden Euro pro Jahr. Die Schweizer möchten in der gesamten Region einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen.

Zugleich will das Unternehmen sein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbessern. Mittelfristig soll das Ebitda nach Anwendung des neuen Leasing-Bilanzierungsstandards IFRS 16 auf 240 bis 300 Millionen Euro steigen, 2018 lag das bereinigte Ebitda bei 162,4 Mio. Euro.

Paulus[at]derTreasurer.de

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