Stück für Stück tilgt Kion seine Anleihen und profitiert von niedrigeren Zinsen.

Kion

02.04.14
Finanzen & Bilanzen

Anleihetilgung: Kion spart 20 Millionen Euro im Jahr

Der Schuldenabbau bei Kion schreitet weiter voran. Zwei Anleihen in Höhe von insgesamt 525 Millionen Euro will der Wiesbadener Gabelstaplerhersteller noch im April tilgen – deutlich vor Ablauf der Frist.

Der Gabelstaplerhersteller Kion tilgt zwei Anleihen in einer Gesamthöhe von 525 Millionen Euro. Die mit einem Kupon von 7,875 Prozent begebene Anleihe in Höhe von 325 Millionen Euro wäre 2018 fällig gewesen, die variable (3-Monate-Euribor plus 4,5 Prozent) in Höhe von 200 Millionen Euro erst 2020. Die Anleihen will Kion mit Hilfe der revolvierenden Kreditlinie und einem Bankdarlehen über 200 Millionen Euro zurückzahlen.

„Durch diesen Schritt sparen wir Zinskosten und gewinnen für die konsequente Umsetzung unserer Wachstumsstrategie weitere Spielräume“, sagt Kion-CFO Thomas Toepfer. Bei über 20 Millionen Euro pro Jahr soll die Ersparnis liegen. Die einmaligen Kosten aus der Tilgung liegen dagegen bei 23 Millionen Euro – 15 Millionen zahlt Kion als Vorfälligkeitsprämie, etwa 8 Millionen aufgrund der kapitalisierten Kreditbeschaffungskosten.

Damit reduziert das ehemalige Linde-Unternehmen seine langfristigen Verpflichtungen weiter. Kion hatte seine Schulden zwischenzeitlich auf über 2 Milliarden Euro gestapelt: 2011 hatte Kion zwei Anleihen über insgesamt 500 Millionen Euro aufgenommen. Dazu zählte die jetzt zurückgezahlte 325-Millionen-Anleihe sowie eine variabel verzinste über 175 Millionen (3-Monate-Euribor plus 4,25 Prozent). Im Februar 2013 folgten zwei weitere Anleihen in Höhe von 650 Millionen Euro. Dabei handelte es sich wieder um eine festverzinste (450 Millionen Euro) und eine variable Tranche über 200 Millionen, die jetzt zurückgezahlt wird. Die Anleihen dienten laut Kion der Refinanzierung bestehender Kredite.

Durch die Erlöse des Börsengangs konnte Kion bereits im Sommer 2013 ein Bankdarlehen über 1 Milliarden Euro zurück zahlen und erhielt zudem eine revolvierende Kreditlinie über 995 Millionen Euro. Über diese Kreditlinie konnte Kion bereits 2013 die 175-Millionen-Anleihe tilgen und nun auch die zeitgleich begebene 325-Millionen-Anleihe. Vollkommen schuldenfrei ist Kion damit aber noch nicht: die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen zum Jahreswechsel laut Unternehmensangaben bei 979 Millionen Euro.

Kapp@derTreasurer.de