BASF

29.10.18
Finanzen & Bilanzen

BASF und Evonik testen E-Invoicing per Blockchain

Crossinx will die komplette finanzielle Lieferkette auf eine Blockchain-basierte Plattform übertragen. Los geht es mit der elektronischen Rechnung. Zwei namhafte Testkunden hat das Fintech dafür nun gewonnen.

BASF und der Spezialchemiekonzern Evonik glauben daran, dass die Blockchain-Technologie den Austausch von Informationen entlang der Lieferkette vereinfachen kann: Die beiden Konzerne beteiligen sich an einem entsprechenden Pilotprojekt von Crossinx. Das Fintech war ursprünglich als Dienstleister für die elektronische Rechnungsverarbeitung gestartet, hat sein Angebot vor knapp drei Jahren aber auf Lieferantenfinanzierung ausgeweitet.

„Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Blockchain den Dokumentenaustausch entlang der Lieferkette zu automatisieren und transparenter zu machen“, erklärt Crossinx-CEO und Gründer Marcus Laube. Vom Auftragseingang über die Bestellbestätigung bis hin zur Rechnung: Künftig will Crossinx alle relevanten Daten in ein dezentrales Netzwerk verlagern. So soll etwa der Liefer- und Rechnungsstatus sofort für die involvierten Parteien einsehbar sein.

Allerdings wird der Austausch der Dokumente zunächst weiterhin auch über den traditionellen Weg laufen müssen, damit diese in den ERP-Systemen der Unternehmen hinterlegt werden können. „Das ist aufgrund der Compliance-Vorgaben und der Anforderungen der Finanzämter an die Buchhaltung nötig“, sagt Laube. Diese Anforderungen dürften sich in den kommenden drei bis fünf Jahren auch nicht ändern, glaubt der CEO. Allerdings setzt sich Crossinx über den europäischen E-Invoicing-Lobby-Verband EESPA für Veränderungen und eine Anerkennung der Blockchain ein.

Crossinx sucht Schulterschluss mit den Banken

Technologiepartner für die neue Lösung ist das Blockchain-Startup Centrifuge, das eine private Blockchain gebaut hat. Bis Ende des Jahres soll der Test mit den zwei Chemieriesen abgeschlossen sein. Geplant ist, dass anschließend weitere Crossinx-Kunden Zugriff auf das dezentrale Netzwerk erhalten werden. Laube ist optimistisch, schnell eine kritische Masse auf die Plattform zu bekommen und damit den bereits angeschlossenen Firmen einen Mehrwert zu bieten: „Derzeit nutzen 150.000 Kunden unsere E-Invoicing-Lösung, wir sind daher gut positioniert“, glaubt der Crossinx-Chef.

In einem zweiten Schritt will das Fintech die Bezahlung sowie die Finanzierung von Rechnungen über das dezentrale Netzwerk abwickeln: „Das soll im Laufe des kommenden Jahres möglich sein“, kündigt Laube an. Dafür ist der Anbieter auf die Unterstützung von Banken angewiesen. Bereits heute arbeitet Crossinx beim Vertrieb seiner Lösungen mit Finanzdienstleistern zusammen, unter anderem mit den Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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