Größte Transaktion weltweit im Bereich Euro-Corporate-Hybrids

09.07.14 08:00

Bayer emittiert Hybridanleihe zur Akquisitionsfinanzierung

Von Sabine Paulus

Zur Akquisitionsfinanzierung seines jüngsten Zukaufs hat der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 3,25 Milliarden Euro emittiert – es ist die größte Transaktion weltweit im Bereich Euro-Corporate-Hybrids.

Bayer emittiert Hybridanleihe zur Akquisitionsfinanzierung

Bayer

Es ist die größte Transaktion weltweit, die je im Bereich Euro-Corporate-Hybrids durchgeführt worden ist: Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer hat zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 3,25 Milliarden Euro emittiert. Die Leverkusener wollen damit einen Teil ihrer Brückenfinanzierung ablösen, die sie für ihren jüngsten Milliarden-Zukauf des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co abgeschlossen hatten. Anfang Mai hatte Bayer für 14,2 Milliarden US-Dollar das Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten des US-Pharmakonzerns Merck & Co übernommen.

Die Hybridanleihen waren Bayer zufolge stark nachgefragt: Das Orderbuch sei um mehr als das Dreifache überzeichnet gewesen. Die erste Tranche über 1,75 Milliarden Euro hat eine Laufzeit von 61 Jahren und einen sehr niedrigen Kupon von 3,0 Prozent. Bayer hat erstmals im Jahr 2020 eine vorzeitige Kündigungsoption. Die zweite Tranche über 1,5 Milliarden Euro läuft 60 Jahre und ist mit einem Kupon von 3,75 Prozent ausgestattet. Diese Tranche kann Bayer erst ab dem Jahr 2024 vorzeitig kündigen. Die Kupons werden ab 2020 und 2024 in regelmäßigen Abständen neu festgesetzt.

Ratingagenturen bewerten Hybridanleihen zur Hälfte als Eigenkapital

„Die Anleihen sind allen anderen Finanzverbindlichkeiten von Bayer nachgeordnet und haben den gleichen Rang wie die seit 2005 bestehende Hybridanleihe über 1,3 Milliarden Euro“, teilte Bayer mit. Die Anleihebedingungen sind so strukturiert, dass die Ratingagenturen ihnen 50 Prozent Eigenkapitalcharakter beimessen, wodurch die Liquiditätsposition, die Kapitalbasis und die Kreditwürdigkeit der Leverkusener gestärkt werden. Damit will Bayer sicherstellen, dass trotz der Akquisitionsfinanzierung das erstklassige Rating des Konzerns bestehen bleibt. Moody’s bewertet den neuen Hybrid von Bayer mit Baa2 und damit zwei Notches niedriger als den Konzern selbst, der mit A3 eingestuft wird (S&P: A-). Die Transaktion wurde von Barclays, BNP Paribas, Citigroup und HSBC im Rahmen eines aktiven Bookrunner-Mandats begleitet.

Paulus[at]derTreasurer.de