Hybridanleihen und Kapitalerhöhung vorgesehen

30.09.16 08:00

Bayers 66-Milliarden-Refinanzierungsplan

Von Antonia Kögler

Nach der Einigung über den Monsanto-Deal kommt einiges auf Bayer zu. Wie der Konzern die enorme Summe refinanzieren will, steht schon fest.

Der Refinanzierungsplan für den Monsanto-Deal steht: Bayer muss Milliarden am Bondmarkt einsammeln. Auch Hybridanleihen sollen kommen.

Bayer

Der Refinanzierungsplan für den Monsanto-Deal steht: Bayer muss Milliarden am Bondmarkt einsammeln. Auch Hybridanleihen sollen kommen.

Mit der geglückten Einigung über die Monsanto-Übernahme beginnt für Bayer eine Mammutaufgabe  bei der Refinanzierung. 66 Milliarden US-Dollar zahlen die Leverkusener für den Kauf des US-Konkurrenten. Zunächst hat Bayer die Transaktion zum Großteil mit einer Brückenfinanzierung über 57 Milliarden Dollar finanziert. Der Kredit wird von Bank of America Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JP Morgan zur Verfügung gestellt. Nach Informationen des Handelsblatts soll der Zins dafür im ersten halben Jahr bei 0,5  Prozent liegen. Mit dem Closing des Deals rechnet Bayer bis Ende 2017, bis dahin stehen noch die Verhandlungen mit den Kartellbehörden an.

Den Refinanzierungsplan für den Brückenkredit hat CFO Johannes Dietsch schon formuliert, er soll aus einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital bestehen. Der Eigenkapitalanteil der Finanzierung soll sich auf rund 19 Milliarden Dollar belaufen. Bayer will dafür eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht platzieren und Pflichtwandelanleihen ausgeben.

Zur Finanzierung des Fremdkapitalanteils will Bayer neue Anleihen ausgeben. Als weiteren Finanzierungsbaustein dürften langfristige Kredite hinzukommen, die in Finanzkreisen auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar  geschätzt werden. Damit blieben um die 25 Milliarden Euro, die Bayer über den Bondmarkt einsammeln muss. In dem Mix sind auch neue Hybridanleihen geplant. Bayer hatte zuletzt im März 2015 einen solchen nachrangigen Bond für allgemeine Unternehmenszwecke begeben. Im Jahr davor hatte der Konzern die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co ebenfalls mit zwei Hybridbonds refinanziert.

Rating gibt voraussichtlich nach

Mit dem 50-prozentigen Eigenkapitalcharakter der Bonds könnte der Konzern sein Rating stützen. Das steht aufgrund der neuen Verschuldung unter Druck. Standard & Poor’s hat bereits mitgeteilt, dass das Rating möglicherweise um zwei Stufen in das BBB-Segment sinken wird. Auch Moody’s hat die Bonitätsnote des Konzern unter Beobachtung für eine Herabstufung gesetzt. Bayer selbst betont, dass es sich schnell wieder entschulden will und dass auch der hohe Cashflow des neuen Konzerns das Finanzprofil stärken wird. Langfristig soll das Rating wieder in der A-Kategorie liegen.

Koegler[at]derTreasurer.de

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