BMW Group

11.03.19
Finanzen & Bilanzen

BMW kehrt an den Schweizer-Franken-Markt zurück

Der Autobauer BMW nutzt die Gunst der Stunde und zapft nach acht Jahren Abstinenz den Schweizer Kapitalmarkt an. Die Münchener sichern sich attraktive Finanzierungskonditionen.

Der Autobauer BMW hat zwei neue Anleihen über insgesamt 600 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 528 Millionen Euro) begeben. Mit dem Erlös finanzieren die Münchener ihre Finanzdienstleistungsaktivitäten. Damit hat BMW die bis dato größte Transaktion eines ausländischen Emittenten auf dem Schweizer Bond-Markt in diesem Jahr gestemmt.

Der Schweizer Kapitalmarkt präsentiert sich derzeit vergleichsweise schwach: Im Januar und Februar lag das Emissionsvolumen der Zürcher Kantonalbank zufolge mit 11,4 Milliarden Franken 12 Prozent unter demjenigen in den ersten beiden Monaten 2018. Auf ausländische Emittenten entfallen dabei zehn Transaktionen, die allerdings vor allem aus dem Finanzsektor stammten.

BMW sichert sich mit Anleihe gute Konditionen

Offenbar erwischte BMW mit seiner Transaktion ein gutes Timing. Der Dax-Konzern, der zuletzt 2011 eine Schweizer-Franken-Anleihe platziert hatte, durfte sich in jedem Fall über gute Konditionen freuen: Die erste Tranche über 335 Millionen Franken wird mit 0,3 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von 5,5 Jahren. Die zweite Tranche, die 8,5 Jahre läuft, ist 265 Millionen Franken schwer. Der Zinssatz beläuft sich auf 0,75 Prozent. Man habe die attraktiven Finanzierungskonditionen nutzen und die Schweizer Investorenbasis ausbauen wollen, heißt es aus München. Die Credit Suisse hat die Transaktion begleitet.

Der Autobauer hat den Kapitalmarkt zuletzt Anfang Februar angezapft. Damals begab BMW Euro-Anleihen über insgesamt 3 Milliarden Euro. Hier zahlt der Konzern für die zehnjährige Tranche über 1,5 Milliarden Euro einen Kupon von 1,5 Prozent. Die 4,66-jährige Tranche wird mit 0,625 Prozent verzinst. BMW, dessen Finanzverschuldung in Höhe von 98 Milliarden Euro, etwa zur Hälfte aus Anleihen besteht, wird von S&P und Moody's mit A+ beziehungsweise A1 bewertet.

Höhere Finanzierungskosten für BMW, VW und Bayer?

BMW gehört der BofA Merrill Lynch zufolge zu denjenigen Firmen, die in diesem Jahr unter steigenden Zinskosten leiden könnten. Wie das „Handelsblatt“ kürzlich schrieb, habe die US-Bank fast zwei Dutzend europäische Unternehmen mit vielen ausstehenden Bonds ausgemacht, denen eine teurere Refinanzierung besonders zu schaffen machen dürfte. Darunter seien neben BMW auch VW, Lanxess, Heidelberg Cement und Bayer.

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