Schaeffler refinanziert Schulden über 3,5 Milliarden Euro

09.05.14 08:30

CFO Klaus Rosenfeld entschuldet Schaeffler weiter

Von Sabine Paulus

Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld hat Verbindlichkeiten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro refinanziert. Benchmark-Anleihen in Euro und US-Dollar sind dabei aber nur ein Baustein.

CFO Klaus Rosenfeld entschuldet Schaeffler weiter

Schaeffler

Zentrale in Herzogenaurach: Schaeffler will sich weiter entschulden und plant hierfür unter anderem neue Anleihen zu begeben.

Schaeffler-CFO Klaus Rosenfeld entschuldet den Automobilzulieferer weiter. Die Herzogenauracher haben Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro refinanziert und hierfür besicherte Benchmark-Anleihen in Euro und US-Dollar über rund 2 Milliarden Euro begeben. Die fünfjährige Euro-Tranche hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird mit 2,75 Prozent verzinst, die achtjährige Euro-Tranche hat ebenfalls ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird mit 3,5 Prozent verzinst. Die siebenjährige US-Dollar-Tranche über 700 Millionen US-Dollar ist mit einem Kupon von 4,25 Prozent ausgestattet.

Zusätzlich hat Schaeffler im Zuge dieser Refinanzierung erstmals auch eine unbesicherte fünfjährige Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro emittiert. Das Papier wird mit 3,25 Prozent verzinst. Standard & Poor’s und Moody’s haben die besicherten Anleihen mit einem Rating von Ba2/BB- und die unbesicherte Tranche mit B1/B bewertet.

Weitere Bausteine der milliardenschweren Refinanzierung

Diese Anleihen sind jedoch nur ein Baustein der milliardenschweren Refinanzierung. Zusätzlich konnte Schaeffler-CFO Rosenfeld institutionelle Kredittranchen mit einem Gegenvolumen von 1,5 Milliarden Euro mit neuen Kredittranchen zu verbesserten Konditionen ablösen. Die beiden neuen sechsjährigen Kredite sind ebenfalls besichert und haben ein Volumen von 375 Millionen Euro und 1,6 Milliarden US-Dollar.

Mit dem frischen Geld aus den neuen Anleihen und Krediten will Schaeffler bestehende Anleihen wie die 2017 Euro-Retail-Anleihe und die 2019 Euro-US-Dollar-Anleihen sowie institutionelle Darlehen und – zumindest teilweise – Bankkredite ablösen. Hierdurch sollen sich die Finanzierungskosten von Schaeffler erneut deutlich reduzieren und die Anleihe- und Kreditkonditionen nachhaltig verbessern.

„Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Optimierung unserer Kapitalstruktur“, sagt Schaeffler-CFO Klaus Rosenfeld. „Mit dem Kupon von 2,75 Prozent der besicherten Fünf-Jahres Euro-Anleihe erreichen wir ein Zinsniveau, das normalerweise Unternehmen im Investment-Grade Bereich vorbehalten ist. […] Der Vergleich mit den Zinssätzen der Anfang des Jahres 2012 begebenen Debüt-Anleihen zeigt, welche signifikanten Fortschritte wir in den vergangenen zwei Jahren bei der Verbesserung unserer Kapitalstruktur gemacht haben.“

Schaeffler-Familien honoriert Engagement von Rosenfeld

Bereits im vergangenen Sommer konnte der ehemalige Banker Rosenfeld Kredite auf der Ebene der Schaeffler Holding durch die Ausgabe von Holding-Anleihen in Europa und USA sowie durch neue Bankkredite ablösen. Durch diesen Schritt hatte der CFO die Kreditkonditionen schon damals deutlich verbessern können und das Bankenkonsortium neu ausgerichtet.

Seine Bemühungen honoriert die Eigentümerfamilie: Als einziges familienfremdes Mitglied wird Rosenfeld, der derzeit noch als Interims-CEO von Schaeffler tätig ist, ab dem 1. Juli Mitglied der Geschäftsleitung der INA-Holding sein. Über diese Gesellschaft verwaltet die Gründerfamilie ihre Beteiligungen an Continental und der Schaeffler Gruppe. Darüber hinaus wird der CFO zum gleichen Zeitpunkt auch offiziell stellvertretender Vorstandschef des Automobilzulieferers.

Paulus[at]derTreasurer.de