Treasury-Chef Oliver Stratmann bei Akquisitionsfinanzierung federführend

26.09.16 14:15

Chemtura-Übernahme: Lanxess-Treasury will Bonds platzieren

Von Sabine Paulus

Lanxess will den geplanten Kauf des US-Konkurrenten Chemtura mit einem Mix aus Fremd- und Eigenkapital finanzieren. Das Treasury-Team um Oliver Stratmann dürfte dabei eine Schlüsselrolle übernehmen.

Lanxess-Treasury-Chef Oliver Stratmann dürfte an der Finanzierung der Chemtura-Übernahme maßgeblich beteiligt sein.

Lanxess AG

Lanxess-Treasury-Chef Oliver Stratmann dürfte an der Finanzierung der Chemtura-Übernahme maßgeblich beteiligt sein.

Nun will auch der Spezialchemiekonzern Lanxess die bislang größte Akquisition seiner Geschichte stemmen. Das MDax-Unternehmen plant, den US-amerikanischen Wettbewerber Chemtura zu übernehmen. „Mit dieser Akquisition formen wir einen Champion auf dem Gebiet der Additivchemie und stärken unser profitables Portfolio“, sagt der frühere Lanxess-CFO und heutige CEO Matthias Zachert in einer Mitteilung. „Wir bauen unsere wettbewerbsfähige Positionierung in den Märkten mittlerer Größe deutlich aus und erhöhen unsere Präsenz in der Region Nordamerika.“

Beide Unternehmen haben bereits eine Vereinbarung für die Übernahme unterzeichnet. Demnach sollen die Chemtura-Aktionäre 33,50 US-Dollar je ausstehender Aktie in bar erhalten, was einer Prämie von 18,9 Prozent gemessen am Schlusskurs des 23. September entspricht.

Inklusive der Nettofinanzverschuldung von Chemtura in Höhe von 300 Millionen Euro Finanzverbindlichkeiten und 200 Millionen Euro Pensionsrückstellungen, bewertet Lanxess das amerikanische Unternehmen mit rund 2,4 Milliarden Euro. Bei einem adjustierten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereinflüssen von rund 245 Millionen Euro entspricht das dem 9,8-fachen Ebitda. Lanxess verspricht sich bis 2020 Synergien von jährlich 100 Millionen Euro. Berücksichtigt man diese, zahlt Lanxess eigenen Angaben zufolge für die Transaktion ein Enterprise Value/Ebitda-Multiple von etwa 7x.

Lanxess-Treasury-Chef Stratmann stemmt Akquisitionsfinanzierung

Auch Oliver Stratmann, Leiter Treasury und Investor Relations, dürfte bei der Akquisitionsfinanzierung federführend tätig sein. Lanxess will die Übernahme „im Wesentlichen über Unternehmens- und Hybridanleihen sowie aus bestehenden liquiden Mitteln finanzieren“, heißt es weiter. Der Spezialchemiekonzern verfügte zum 30. Juni dieses Jahres über Barmittel in Höhe von 650 Millionen Euro. Nach Abschluss der Transaktion Mitte kommenden Jahres dürfte das Lanxess-Treasury dann auch ein kleineres Anlageproblem im derzeitigen Niedrigzinsumfeld haben. Zu dem geplanten Aktienrückkauf in Höhe von 200 Millionen Euro werde es vor dem Hintergrund der Übernahme nicht kommen, erklärte das Unternehmen.

Stratmann verantwortet seit April 2015 die Group Functions Treasury und Investor Relations bei Lanxess
. Er folgte damals Christoph Koch als Treasury-Chef nach, der als CFO zum Düsseldorfer Familienunternehmen Hüttenes-Albertus, einem Hersteller gießereichemischer Produkte, gewechselt war. Im Jahr 2013 erhielt das Lanxess-Treasury unter Kochs Leitung die Auszeichnung „Treasury des Jahres“.

Der Spezialchemiekonzern nutzte den Wechsel an der Spitze des Treasury, um die beiden Unternehmensbereiche Treasury und Investor Relations zu einer organisatorischen Einheit zusammenzulegen. Denn Stratmann verantwortete bereits seit Oktober 2008 die Abteilung Investor Relations bei Lanxess. Er kam im Zuge der Abspaltung von Bayer zum Spezialchemiekonzern. Vor seinem Einstieg beim MDax-Unternehmen hatte der Diplomkaufmann verschiedene Positionen im Controlling und im Investor-Relations-Bereichs des Chemieunternehmens Celanese inne.

Paulus[at]derTreasurer.de

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