Das Pharmaunternehmen Cheplapharm hat zum ersten Mal einen High-Yield-Bond begeben.

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03.02.20
Finanzen & Bilanzen

Cheplapharm gibt High-Yield-Debüt

Cheplapharm hat mit seiner Finanzierung einen Meilenstein erreicht. Mit seinem Debüt am High-Yield-Markt hat sich das Pharmaunternehmen in ein milliardenfinanziertes Kapitalmarktunternehmen verwandelt.

Das Pharmaunternehmen Cheplapharm hat sein Debüt am High-Yield-Markt gefeiert: Der Mittelständler aus Greifswald platzierte eine siebenjährige Hochzinsanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro. Damit konnte das Unternehmen, das Markenarzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte und Kosmetika vertreibt, sein ursprünglich anvisiertes Volumen von 400 Millionen Euro deutlich übertreffen.

Auch der Kupon entwickelte sich zugunsten von Cheplapharm: Nach Informationen unserer Schwesterpublikation FINANCE hatten die begleitenden Banken zunächst mit einer jährlichen Verzinsung von 3,5 bis 3,75 Prozent kalkuliert. Nun liegt der Zinskupon bei 3,5 Prozent pro Jahr und damit am unteren Ende der Spanne. Deutsche Bank und JP Morgan haben die Transaktion als Joint Global Coordinators and Joint Bookrunners begleitet, HSBC und Unicredit waren als Joint Bookrunners dabei.

Cheplapharm verfolgt ambitionierte M&A-Strategie

Für Cheplapharm ist diese Finanzierung ein Meilenstein. Denn damit hat sich das Pharmaunternehmen in weniger als zwei Jahren von einem über Schuldscheine, Bankdarlehen und Mezzanine-Kapital finanzierten Mittelständler in ein milliardenfinanziertes Kapitalmarktunternehmen verwandelt. So löste CFO Jens Rothstein mit dem High Yield Bond bestehende Finanzverbindlichkeiten ab und finanziert die im Dezember angekündigte Übernahme eines zehn Produkte umfassenden Portfolios. Moody's beziffert die Refinanzierungssumme für den Deal im Vorfeld der Emission auf 520 Millionen Euro.

Die Portfolioübernahme ist Teil einer ambitionierten M&A-Strategie: Auch dank Zukäufen ist der Umsatz von Cheplapharm laut Moody's seit 2015 von 80 Millionen Euro auf voraussichtlich rund 480 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Die alte Finanzierung über Schuldscheindarlehen, Bankkredite und Mezzanine-Kapital war für dieses Vorhaben allerdings zu unflexibel und einschnürend. Mitte 2018 ging Cheplapharm deshalb als Vorbereitung für eine Hochzinsanleihe an den Londoner Markt für institutionelle, endfällige Kapitalmarktdarlehen, auch bekannt als Term Loan B (kurz: TLB).

Parallel dazu richtete CFO Rothstein bei seinen Banken eine Kreditlinie ein, um die vielen Zukäufe zu finanzieren. Sobald die Linie gezogen war, wurde sie über eine neue Tranche am TLB-Markt ausplatziert. Auf diese Weise hat Cheplapharm Term Loans im Gesamtvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro begeben, was den Mittelständler zu einem der größten deutschen TLB-Emittenten macht. Mit der High-Yield-Bond-Transaktion ging laut Latham & Watkins auch ein Repricing des ausstehenden TLB einher.

Paulus[at]derTreausrer.de

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