Daimler

15.08.18
Finanzen & Bilanzen

Daimler platziert Anleihe über 3 Milliarden Euro

Bei Daimler geht es Schlag auf Schlag: Nach Anleiheemission und Kreditabschluss kann sich der Autobauer nun auf seinen angekündigten Unternehmensumbau konzentrieren.

In Sachen Finanzierung gibt es bei Daimler keine Sommerpause: Kurz nachdem sich der Autobauer Ende Juli eine 11 Milliarden schwere Kreditlinie als finanziellen Puffer gesichert hat, platziert Daimler nun eine Anleihe über 3 Milliarden Euro. Die dreijährige Tranche hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und wird mit 0,25 Prozent verzinst. Eine zweite Tranche läuft 5,7 Jahre, hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro und ist mit einem Kupon von 0,875 Prozent ausgestattet. Die dritte Tranche hat eine Laufzeit von 8,5 Jahren, ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird mit 1,5 Prozent verzinst.

Die neuen Mittel wollen die Stuttgarter für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Die Transaktion sei stark überzeichnet gewesen, berichtet das Nachrichtenportal „Global Capital“. Bookrunner waren BayernLB, Crédit Agricole, Deutsche Bank und ING.

Daimler will bis 2020 Unternehmensstruktur umbauen

Mit diesen beiden gerade abgeschlossenen Finanzierungen ist Daimler erst einmal mittel- und langfristig finanziell abgesichert und kann sich auf den gerade angekündigten Unternehmensumbau konzentrieren. Von 2020 an soll der Autobauer aus den drei eigenständigen Aktiengesellschaften Mercedes-Benz (Autos und Vans), Daimler Truck (Lastwagen und Busse) und Daimler Mobility (Finanzdienstleistungen) unter dem Dach einer gemeinsamen Holding bestehen.

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Diese Aufspaltung ist bereits im vergangenen Herbst geprüft und vorbereitet worden. Vorstand und Aufsichtsrat haben sie nun vor einigen Tagen beschlossen.

Auch in der neuen Struktur bleibt Unternehmensangaben zufolge das Treasury-Team des Autobauers unter der Regie von Kurt Schäfer in der börsennotierten Daimler AG als operative Management-Holding. „Mit der Neuaufstellung wollen wir bestehende Synergien sichern und weiter ausbauen“, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von DerTreasurer.

Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt der Autobauer aber erst einmal Geld in die Hand: Einschließlich der Steuerbelastungen wird die Umstrukturierung bis 2020 einen „hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag“ kosten. Neben diesen Einmalkosten müssen die Stuttgarter zudem noch in den kommenden eineinhalb Jahren vorübergehend auch noch höhere laufende Kosten einkalkulieren, die in der Spitze bis auf einen „sehr niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag“ ansteigen werden.

Paulus[at]derTreasurer.de

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