Die neue Nachranganleihe offenbart ein Umdenken bei der Deutschen Bank.

Deutsche Bank

14.02.20
Finanzen & Bilanzen

Deutsche Bank stärkt mit Nachranganleihe Kernkapital

Die Deutsche Bank hat eine milliardenschwere Nachranganleihe mit unbefristeter Laufzeit platziert. Das zeigt ein Umdenken unter der Führung von Bankchef Christian Sewing.

Die Deutsche Bank hat ihre Finanzbasis gestärkt und zusätzliches Kernkapital (AT1) im Volumen von 1,25 Milliarden US-Dollar (rund 1,15 Milliarden Euro) aufgenommen. Die Nachranganleihe mit unbefristeter Laufzeit wird Bankangaben zufolge bis Ende April 2026 mit jährlich 6 Prozent verzinst. Anschließend wird der Zinssatz für jeweils fünf Jahre neu festgesetzt. Dies erfolgt auf Basis der dann geltenden fünfjährigen US-Treasury-Rendite, zuzüglich des ursprünglichen bei Platzierung der Anleihe geltenden Kredit-Spreads von 4,524 Prozent.

Die Transaktion sei ein „weiterer Schritt, um die Einhaltung der regulatorischen Kapitalanforderungen sicherzustellen“, teilte das Geldhaus mit. Sie ermögliche es der Bank, ein Niveau von AT1-Instrumenten in Höhe von 1,5 Prozent oder mehr der risikogewichteten Aktiva auf vollständig umgesetzter Basis beizubehalten und „stehe im Zusammenhang mit dem normalen Fundingplan der Bank“, wie ein Sprecher gegenüber DerTreasurer erklärte. Sie werde nicht gebraucht, um Effekte der Restrukturierung auf das Kernkapital abzufedern. Außerdem unterstütze die neue Nachranganleihe die Bank auf dem Weg zur Erfüllung einer Verschuldungsquote von 4,5 Prozent im Jahr 2020.

Gesunkene Refinanzierungskosten helfen Deutscher Bank

Die bis dato letzte Nachranganleihe hatte die Bank im November 2014 platziert. Der Ex-Deutsche-Bank-CEO John Cryan hatte dieses Instrument als „unglaublich teuer und schlecht“ bezeichnet. Als die Bank 2016 in Schieflage geriet, hatte dies auch mit dem Verfall der Nachranganleihen zu tun.

Zum Umdenken unter der neuen Führung haben offenbar die zuletzt deutlich gesunkenen Refinanzierungskosten der Bank geführt. „Kreditausfallversicherungen auf die Deutsche Bank sind nicht einmal mehr halb so teuer wie zu unserer Hauptversammlung 2019. Und der deutliche Risikoaufschlag, der im Vergleich zu unseren Wettbewerbern fällig wurde, ist inzwischen erheblich kleiner geworden“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Ende Januar bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen des Geldhauses, das zum wiederholten Mal einen Jahresverlust ausweisen musste. „Je niedriger unsere Finanzierungskosten am Markt ausfallen, desto wettbewerbsfähiger sind wir in vielen Geschäftsfeldern.“

Kurz darauf hatte die Bank angekündigt, in diesem Jahr neue Anleihen im Umfang von 15 bis 20 Milliarden Euro emittieren zu wollen. Dem gegenüber sollen 32 Milliarden Euro Tilgung stehen. Den geringeren Refinanzierungsbedarf der Bank führen Beobachter auf das defensivere Geschäftsprofil der Bank, vor allem im zurechtgestutzten Investmentbanking, zurück.

Paulus[at]derTreasurer.de

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