Immobiliengesellschaft sammelt 500 Millionen Euro ein

07.08.15 08:00

Deutsche Wohnen begibt Debütanleihe

Von Antonia Kögler

Die Deutsche Wohnen hat sich zum ersten Mal an den Bondmarkt gewagt und eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Damit schließt die Immobiliengesellschaft eine große Umschuldung ab.

Die Deutsche Wohnen hat die erste Unternehmensanleihe in der Firmengeschichte platziert.

Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen hat die erste Unternehmensanleihe in der Firmengeschichte platziert.

Die Deutsche Wohnen, Deutschlands zweitgrößte Immobiliengesellschaft, hat sich im Juli erstmals an den Bondmarkt gewagt und eine unbesicherte Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Das Papier wird mit 1,375 Prozent verzinst und läuft bis Juli 2020. Etwa 130 Investoren haben sich für das Papier interessiert, das Orderbuch war mit rund 2 Milliarden Euro deutlich überzeichnet. Deutsche Bank, Société Générale, UBS und Unicredit haben die Transaktion als aktive Bookrunner begleitet. Goldman Sachs agierte als passiver Bookrunner.

Von S&P erhält die Debütanleihe mit BBB+ eine solides Investmentgrade, von Moody’s sogar ein A3-Rating. Die Immobiliengesellschaft selbst hält seit Juni ein A- und A3-Rating. Die Deutsche Wohnen sieht in dem Rating-Upgrade auch eine Bestätigung ihrer Umschuldungsstrategie.

Deutsche Wohnen refinanziert 1,5 Milliarden Euro

Die Anleihe ist der letzte Baustein in der Refinanzierung von insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Zuvor hat die Immobiliengesellschaft bereits etwa 650 Millionen Verbindlichkeiten durch neue Kredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren ersetzt.

Außerdem hat die Gesellschaft einige bestehende Darlehen mit den Mitteln der im Juni abgeschlossenen Kapitalerhöhung zurückgezahlt. Der Gesellschaft floss durch die Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös von rund 907 Millionen Euro zu. Auch den Erlös der neuen Anleihe will die Deutsche Wohnen dafür verwenden, höher verzinste Darlehen abzulösen. Das MDax-Unternehmen kann die Zinslast durch die umfassende Refinanzierung nach eigenen Angaben auf unter 1,9 Prozent senken. Zuvor lag sie im Schnitt bei etwa 2,4 Prozent.
 
Die durchschnittliche Laufzeit der Darlehen liegt bei etwa zehn Jahren. Auch der freie Cashflow wird durch die Maßnahmen deutlich um 54 Millionen Euro steigen. Davon seien 33 Millionen Euro als Zinsersparnis wirksam, die sich positiv auf das operative Ergebnis auswirken – in der Immobilienwirtschaft wird hierfür üblicherweise die Kennzahl Funds from Operations herangezogen. Der Verschuldungsgrad soll von 50,4 Prozent auf 45 bis 40 Prozent sinken.

Neben den erfolgreich platzierten Kapitalmaßnahmen musste die Deutsche Wohnen in diesem Jahr kürzlich auch eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Die geplante Übernahme der österreichischen Immobiliengesellschaft Conwert ist gescheitert. Rund 1,2 Milliarden Euro wollte sich die deutsche Immobiliengesellschaft den Deal kosten lassen.

Koegler[at]derTreasurer.de