Deutsche Bank und Commerzbank werden nicht fusionieren.

links: Mario Andreya, Deutsche Bank: rechts: Julia Schwager, Commerzbank AG; Montage: DerTreasurer

25.04.19
Finanzen & Bilanzen

Die „Deutsche Commerz“ kommt nicht

Die Sondierungsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank sind beendet, wie heute bekannt wurde. Mit hohe Kosten und enormen Risiken begründen die beiden Banken ihre Entscheidung. Viele Treasurer dürften aufatmen.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben ihre im März begonnenen Sondierungsgespräche beendet. Sie werden nicht fusionieren, teilten die beiden deutschen Kreditinstitute am heutigen Donnerstag mit.

„Nach gründlicher Analyse sind wir zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Deutschen Bank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen“, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing begründete die Entscheidung mit den gleichen Worten. Aufsichtsratschef Paul Achleitner ergänzte noch: „Die Entscheidung, einen Zusammenschluss mit der Commerzbank zu prüfen, war ebenso richtig wie die Entscheidung, diese Transaktion nicht weiter zu verfolgen. Das Verhältnis von möglichen Risiken und Ertrag ist nicht attraktiv.“

Treasurer standen Fusion kritisch gegenüber

Viele Treasurer standen einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank skeptisch gegenüber. Sie hätten zwar einen nationalen Champion einer möglichen Übernahme einer Bank durch ein ausländisches Institut vorgezogen, sahen es aber als fraglich an, ob die Banken tatsächlich die anvisierten Synergien hätten heben können. Das gaben einige Finanzverantwortliche gegenüber DerTreasurer bereits Ende März zu Protokoll.

Zudem hatten einige Treasurer, die Kunden der Deutschen Bank und der Commerzbank sind, durchaus befürchtet, dass das zur Verfügung gestellte Kreditvolumen im Falle einer Fusion sinken könnte. Der GTB-Chef der Deutschen Bank, Stefan Hoops, hatte bei der jährlichen GTB-Konferenz der Deutschen Bank versucht, den anwesenden Treasurern die Angst zu nehmen: Man wisse um diese Sorge, sagte Hoops Ende März. „Bei den allermeisten Kunden würden wir aber nicht an Limite stoßen.“ Zudem würden sich für den Fall einer Fusion die Transaktionseinheiten gut ergänzen, sagte der GTB-Chef damals weiter.

Wie es nun nach dem Ende der Sondierungsgespräche für Deutsche Bank und Commerzbank weitergeht, ist offen. Mehrere alternative Fusionsszenarien stehen im Raum. Welche Möglichkeiten es gibt, erfahren Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Paulus[at]derTreasurer.de

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