Die Deutsche Post DHL Group will mit einem Teil des Emissionserlöses ihr Pensionsvermögen erhöhen.

Ford-Werke GmbH / Lothar Stein

15.12.17
Finanzen & Bilanzen

Die Deutsche Post platziert Anleihen über 1,5 Milliarden Euro

Die Deutsche Post hat mit einer Bond-Platzierung 1,5 Milliarden Euro eingespielt. Die Zinskonditionen können sich sehen lassen.

Die Deutsche Post DHL Group hat das derzeit attraktive Finanzierungsumfeld genutzt und langlaufende Anleihen in Milliardenhöhe platziert. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro sammelte der Post- und Logistikkonzern über eine Wandelanleihe und einen klassischen Bond ein. Der Wandler, für den das Bezugsrecht ausgeschlossen wurde, hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro und läuft rund siebeneinhalb Jahre.

Post sichert sich mit Anleihe günstige Kupons

Der Kupon liegt bei niedrigen 0,05 Prozent pro Jahr. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf rund 55,69 Euro festgesetzt, was einer Wandlungsprämie von 40 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Deutsche-Post-Aktie während des Bookbuilding-Verfahrens entspricht.

Die klassische Anleihe über 500 Millionen Euro läuft zehn Jahre und wird mit jährlich 1,0 Prozent verzinst. Mit den Erlösen will der Dax-Konzern eigenen Angaben zufolge vor allem bestehende Finanzverbindlichkeiten refinanzieren. Der Rest soll das Pensionsvermögen der Mitarbeiter in Großbritannien erhöhen.

Die Kombination einer Wandelanleihe mit klassischen Bonds ist für die Deutsche Post kein neuer Weg, um unter anderen ihre Pensionspläne mit Zuschüssen zu bedenken. Bereits 2012 hat der Post- und Logistikkonzern über eine Wandelanleihe und zwei klassische Anleihen insgesamt 2 Milliarden Euro eingesammelt.

Damals sollte aber mit dem eingeworbenen Kapital „das für die Altersbezüge der deutschen Mitarbeiter zur Verfügung stehende Pensionsvermögen“ erhöht werden. Insbesondere mit den Bondemissionen im vergangenen Jahr wollte die Deutsche Post ihre Pensionsverpflichtungen weiter ausfinanzieren. Mindestens 1 Milliarden Euro des eingeworbenen Kapitals über 1,25 Milliarden Euro plante der Konzern für das Pensionsvermögen der deutschen Mitarbeiter ein.

2017 gutes Jahr für Wandelanleihen

Das Planvermögen des Post- und Logistikkonzerns betrug laut dem Geschäftsbericht 2016 der Deutschen Post zum 31. Dezember vergangenen Jahres knapp 12,3 Milliarden Euro. Die Pensionsverpflichtungen lagen demnach allerdings bei über 17,7 Milliarden Euro. Das heißt der Ausfinanzierungsgrad lag für das Jahr 2016 bei 69 Prozent.

Das ist immerhin 4 Prozent mehr, als dies noch 2015 der Fall war. Damit liegt die Deutsche Post laut einer im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson im Dax-30-Mittelfeld.

2017 war im Hinblick auf Wandelanleihen in Deutschland ein recht aktives Jahr. Insgesamt zwölf solcher Equity-Linked-Bonds mit Volumina über 100 Millionen Euro wurden laut der Société Générale platziert.

Paulus[at]derTreasurer.de

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