Bundesbank listet deutsche Unternehmen auf

19.07.16 12:01

Diese Unternehmensanleihen hat die EZB bislang gekauft

Von Sabine Paulus

Die Bundesbank nennt zum ersten Mal die Namen der deutschen Unternehmen, deren Anleihen die EZB gekauft hat. Nicht alle Konzerne auf der Liste sind börsennotiert.

Nach Beginn des EZB-Kaufprogramms von Unternehmensanleihen wurden nun zum ersten Mal die Namen der Firmen veröffentlicht.

Witschko/iStock/Thinkstock/Getty Images

Nach Beginn des EZB-Kaufprogramms von Unternehmensanleihen wurden nun zum ersten Mal die Namen der Firmen veröffentlicht.

Nach dem Start des EZB-Kaufprogramms von Unternehmensanleihen hat die Bundesbank nun erstmals die Namen der deutschen Firmen veröffentlicht, deren Bonds die Zentralbank gekauft hat. Zu ihnen gehören zahlreiche Großkonzerne wie SAP, Daimler, Linde, E.on, BMW, Siemens, Continental und Bayer. Aber auch MDax-Unternehmen wie Lanxess, K+S und Evonik sowie nicht börsennotierte Unternehmen wie Robert Bosch und Bertelsmann nennt die Bundesbank, die im Auftrag der EZB die deutschen Käufe getätigt hat.

Spreads gehen nach EZB-Ankündigung massiv zurück

Seit dem Start des Kaufprogramms von Unternehmensanleihen Anfang Juni hat die EZB über sechs nationale Zentralbanken Papiere im Volumen von rund 10 Milliarden Euro erworben. Mit ihrem Einstieg als Investor sorgte die Zentralbank für eine Belebung des europäischen Anleihemarktes.

Auch deutsche Unternehmen im Investmentgrade-Bereich konnten diesen Effekt für sich nutzen. Zum einen konnten sie die Volumina ihrer Anleihen aufstocken, gleichzeitig aber auch die Spreads deutlich zurücknehmen. „Auch am Sekundärmarkt waren nach der Ankündigung der EZB teils massive Spread-Rückgänge erkennbar“, sagt Credit Analyst Ulrich Kirschner von der Helaba zu DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE. Darüber hinaus geht manch ein Treasurer davon aus, dass das Kaufprogramm der EZB kurzfristig zu verbesserten Finanzierungskosten führen dürfte.

Flucht in High-Yield-Bereich nach EZB-Kaufprogramm

Aber auch High-Yield-Emittenten profitieren von dem EZB-Kaufprogramm. „Die EZB verdrängt Investmentgrade-Investoren in höhere Risiken, um noch positive Erträge erzielen zu können“, sagte Ralph Dihlmann, CFO von WEPA Hygieneprodukte, in der aktuellen Print-Ausgabe der FINANCE. Das Unternehmen hat vor kurzem eine Anleihe über 450 Millionen Euro platziert und wird von Moody’s mit Ba3 bewertet.

Schon vor Beginn des EZB-Kaufprogramms zeichnete sich eine Flucht in den High-Yield-Bereich ab. Diese Entwicklungen sehen einige Marktteilnehmer allerdings mit Sorge und befürchten Verzerrungen am Bondmarkt.

Paulus[at]derTreasurer.de

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