EnBW begibt Hybridanleihe über 1 Milliarde Euro

Fotograf: EnBW - Uli Deck, Karlsruhe

18.03.14
Finanzen & Bilanzen

EnBW begibt Hybridanleihe über 1 Milliarde Euro

Der Karlsruher Energieversorger EnBW platziert die zweite Hybridanleihe in seiner Unternehmensgeschichte. Mit diesem Schritt reduziert der Versorger nicht nur seine Kapitalkosten, sondern stärkt auch seine Kreditwürdigkeit.

Der Energieversorger EnBW pflegt seine Bonität: Der Konzern hat eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro begeben. Die ersten Zinsen muss der Versorger Anfang April 2015 zahlen. EnBW kann die Anleihe zudem erstmals im April 2021 und danach alle fünf Jahre vorzeitig zurückzahlen – die Laufzeit liegt aber bei 62 Jahren. Der Hybrid ist mit einem Kupon von zunächst 3,625 Prozent ausgestattet. EnBW könnte die Zinszahlungen zur Not zwar aussetzen, muss sie aber nachzahlen, falls der Energieversorger wieder dividendenfähig ist oder andere Hybridanleihen bedient.

Der Energieversorger wird derzeit von Moody’s mit A3, Ausblick negativ, und von S&P und Fitch mit A-, Ausblick stabil, bewertet. Wie üblich liegt das Rating des Hybrids niedriger: Moody’s bewertet den EnBW-Hybrid vorsorglich mit Baa2. Zudem klassifiziert die Ratingagentur die Hybridanleihe zur Hälfte als Eigenkapital, was die Liquiditätsposition, die Kapitalbasis und die Kreditwürdigkeit der Karlsruher stärkt. Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank, HSBC und Société Générale waren als Konsortialbanken tätig. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank und der HSBC in Zusammenarbeit mit EnBW strukturiert.

Zweite Hybridanleihe von EnBW

Die aktuelle Emission ist der zweite Hybrid für EnBW: Der Energieversorger hat bereits in den Jahren 2011 und 2012 eine Hybridanleihe über insgesamt 1 Milliarde Euro platziert – die erste Tranche im Oktober 2011 mit einem Volumen von 750 Millionen Euro, Mitte März 2012 folgte die zweite Tranche über 250 Millionen Euro.

Auch andere Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Hybrids platziert. Der Energieversorger Thüga hat bei seiner Debüt-Hybridanleihe Ende vergangenen Jahres innerhalb der eigenen Thüga-Gruppe 50 Millionen Euro eingesammelt. Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen hat sich im vergangenen Herbst über dieses Instrument 2 Milliarden Euro geholt.

Marktumfeld für Hybridanleihen aktuell gut

Das Umfeld für Hybridanleihen ist derzeit gut. „Investoren suchen nach einem Renditeaufschlag und sind bereit, bei guten Bonitäten strukturelle Nachrangigkeit bzw. Hybridanleihen zu kaufen“, sagte Paul Kuhn, Abteilungsleiter Debt Capital Markets Origination Corporates bei der BayernLB zu Beginn dieses Jahres zu DerTreasurer. „2013 war historisch das aktivste Jahr in diesem Segment.“ Die Nachfrage in diesem Jahr sei ungebrochen, und weitere Transaktionen seien geplant.

„Das aktuell hervorragende Marktumfeld war für diese erfolgreiche Transaktion ausschlaggebend“, sagt auch Thomas Kusterer, Finanzvorstand der EnBW. „Wir haben ein sehr attraktives Zeitfenster genutzt, um die Kapitalstruktur zu stärken und damit die Kreditwürdigkeit der EnBW weiter zu verbessern.“ Zudem reduziert EnBW durch die neue Anleiheemission eigenen Angaben zufolge die Kapitalkosten.

Paulus[at]derTreasurer.de