EnBW/Uli Deck

01.11.18
Finanzen & Bilanzen

EnBW platziert grüne Benchmark-Anleihe

EnBW gesellt sich zu den wenigen nachhaltigen deutschen Emittenten dazu: Der Energieversorger hat die erste grüne Anleihe in seiner Geschichte begeben und damit 500 Millionen Euro eingesammelt.

Der Energieversorger EnBW zählt seit einigen Tagen nun auch zu den wenigen deutschen nachhaltigen Emittenten. Erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte haben die Karlsruher Ende Oktober über die niederländische Finanzierungsgesellschaft EnBW International Finance einen sogenannten Green Bond platziert. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Euro, läuft 15 Jahre und wird mit 1,875 Prozent pro Jahr verzinst. In Deutschland ist es die erste grüne Unternehmensanleihe mit Benchmarkvolumen in diesem Jahr.

Unternehmensangaben zufolge war der Bond „bereits nach wenigen Stunden überzeichnet“. Das dürfte auch daran liegen, dass gerade große institutionelle Anleger seit einigen Jahren daran interessiert sind, nachhaltig zu investieren. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro hatten aber auch erfahrene Privatanleger die Möglichkeit, den Bond zu zeichnen.

Innogy: deutscher Pionier bei grünem Benchmark-Bond

Mit dieser Transaktion gehört EnBW nun „zu den ersten deutschen Unternehmen, die bisher eine grüne Anleihe in dieser Größenordnung begeben haben“, teilte der Versorger mit. Der Markt für Green Bonds ist noch relativ jung, 2013 gab es die ersten Corporate-Emissionen in dem Segment. Vor einem  Jahr platzierte das RWE-Spin-off Innogy als erstes deutsches Unternehmen einen Green Bond mit Benchmarkvolumen: Die Essener sammelten  850 Millionen Euro ein.

Gerade für Energieunternehmen sind solche grünen Finanzierungen interessant, denn im Unterschied zu einer herkömmlichen Unternehmensanleihe dürfen die Emittenten mit den Erlösen aus einer grünen Anleihe ausschließlich klimafreundliche Projekte finanzieren. Neben Innogy und EnBW haben daher auch die Windanlagenbauer Nordex und Senvion schon solche Anleihen platziert.

EnBW-CFO: „Emission logische Fortsetzung der Strategie“

EnBW will den Emissionserlös für Projekte in den Bereichen Windkraft, Fotovoltaik und Elektromobilität nutzen. „Der Umbau unseres Unternehmens hin zu erneuerbaren Energien und intelligenten Infrastrukturlösungen ist ein Kernbestandteil unserer Strategie“, sagte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer. „Für EnBW ist die Emission die logische Fortsetzung unserer Strategie für das Unternehmen als Ganzes. Somit folgt die Finanzierung der Strategie.“

Die für den Bereich Nachhaltigkeit international anerkannte Ratingagentur ISS-oekom hat der EnBW-Anleihe die Einhaltung der Green Bond Principles bestätigt. Zudem wurde die Anleihe auch nach den Standards der Climate Bonds Initiative zertifiziert.

Der Energieversorger geht davon aus, dass Moody’s die grüne Anleihe mit A3 und S&P mit A- bewertet. Société Générale und SEB waren als strukturierende Banken, BBVA, DZ Bank, LBBW und Morgan Stanley als Konsortialbanken an der grünen Emission beteiligt.

Paulus[at]derTreasurer.de

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