E.on setzt bei seiner Finanzierung nun weiter auf Nachhaltigkeit.

E.on

31.10.19
Finanzen & Bilanzen

E.on schließt Kreditlinie mit ESG-Element ab

E.on setzt bei seiner Finanzierungsstruktur auf nachhaltige Instrumente. Nach seinen ersten Green Bonds im Sommer dieses Jahres schloss der Energiekonzern nun eine syndizierte Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente ab.

Nach seinem Debüt am Green-Bond-Markt im Sommer dieses Jahres hat der Energiekonzern E.on nun auch eine syndizierte Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente abgeschlossen. Die Kreditmarge ist an die ESG-Ratings, von drei Nachhaltigkeitsagenturen gekoppelt: ISS ESG, MSCI ESG Research und Sustainalytics. „Bei den Sustainability-Agenturen sind die Bewertungsmethoden sehr unterschiedlich“, sagt Henryk Wuppermann, Leiter Corporate Finance bei E.on. „Um das größtmögliche Spektrum abzudecken, haben wir uns dazu entschieden, drei große Agenturen aufzunehmen.“

Bisher gibt es nur wenige Transaktionen dieser Art am Markt. Zu den Unternehmen, die solche sogenannten „Positive Incentive Loans“ oder auch „ESG-linked“ Loans bereits abgeschlossen haben, zählen der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr sowie der Elektronikkonzern Philips und der Konsumgüterkonzern Henkel. Das Kennzeichen dieser Kreditart ist, dass die Kreditmarge sinkt, wenn sich die Nachhaltigkeitsratings verbessern – und umgekehrt. „Bei unserem neuen Kredit verändert sich die Kreditmarge, wenn sich zwei der drei ESG-Ratings in eine Richtung verschoben haben“, sagt Wuppermann.

E.on setzt „finanzielle Anreize“ für nachhaltige Strategie

E.on setzt sich mit dieser zweiten nachhaltigen Transaktion in diesem Jahr eigenen Angaben zufolge „finanzielle Anreize für eine nachhaltige Unternehmensstrategie“. „Wir sind sehr stolz, neben unseren grünen Unternehmensanleihen auch durch eine Kreditfazilität mit ESG-Element unser Engagement für eine nachhaltige Unternehmensstrategie unter Beweis stellen zu können“, sagt Marc Spieker, Finanzvorstand von E.on.

Der neue syndizierte Kredit hat ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro, läuft fünf Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Zudem kann der Energiekonzern das Kreditvolumen während der Vertragslaufzeit um bis zu 750 Millionen Euro erhöhen. „Hierbei handelt es sich um eine sogenannte ,Akkordeonlinie‘“, sagt Wuppermann.

Bemerkenswert ist an diesem neuen syndizierten Kredit noch ein ganz anderer Aspekt: „Unseres Wissens sind wir das erste Unternehmen, das vertraglich vereinbart hat, die Verzinsung kurzlaufender Ziehungen auf den Referenzzinssatz Estr zu basieren“, sagt Wuppermann weiter. Die vorherige Kreditlinie stellte hierfür auf Eonia ab.

E.on treibt finanzielle Integration von Innogy voran

Darüber hinaus nutzt E.on die neue Kreditlinie dazu, um die finanzielle Integration von Innogy weiter voranzutreiben: Mit ihr löst der Essener Konzern seine eigene bisherige revolvierende Kreditlinie über 2,75 Milliarden Euro und die von Innogy über 2 Milliarden Euro ab. „Mit der vorzeitigen Refinanzierung kommen wir weiter voran, alle Finanzierungsaktivitäten von E.on und Innogy bei der neuen E.on zu bündeln“, sagt CFO Spieker weiter.

Den bisherigen E.on-Kredit hatten 18 Banken, den von Innogy 22 Banken gestellt. An dem neuen E.on-Kredit haben sich nun 21 Institute aus dem bisherigen Bankenkreis der beiden Unternehmen beteiligt. Als Koordinatoren waren Commerzbank und UniCredit mandatiert.

Die EU-Wettbewerbskommission hatte im September grünes Licht für den Deal zwischen E.on und RWE gegeben. Die geplante Übernahme von Innogy hat aber nicht nur finanztechnische, sondern auch organisatorische Folgen für das E.on-Treasury: Verena Volpert, die im kommenden Jahr 60 Jahre alt wird, übergibt die Leitung des E.on-Finanzbereichs Mitte 2020 an Susanne Weitz, die von Innogy kommt.

Paulus[at]derTreasurer.de

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