E.on

23.08.19
Finanzen & Bilanzen

E.on zapft Green-Bond-Markt an

Der Energiekonzern E.on hat mit einem Green-Bond-Debüt den Bondmarkt wiedereröffnet – und dabei äußerst gute Konditionen erzielt.

E.on hat sein Debüt am Green-Bond-Markt gegeben und eine Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit über 750 Millionen Euro und einen zehneinhalbjährigen Bond mit dem gleichen Volumen platziert. E.ons Einstieg in den Markt für grüne Finanzierungen erfolgt kurz bevor der Konzern seine Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien, dem grünsten Sektor schlechthin, im Zuge des geplanten Innogy-Deals an RWE abgeben will.

Doch auch außerhalb der Energieerzeugung setzt E.on nachhaltige Projekte um: Der Konzern will den Erlös der Green Bonds zur Refinanzierung von Projekten in den Segmenten Netzbereich und Customer Solutions einsetzen. „Dazu zählen unter anderem Investitionen in Distributionsnetze, an die zum Beispiel Onshore-Windenergie und Solaranlagen angeschlossen werden und deren Stromerzeugung transportiert wird“, erläutert Henryk Wuppermann, Leiter Corporate Finance bei dem Dax-Konzern. „Im Bereich Customer Solutions werden wir Projekte wie Smart-City-Lösungen oder Ladestationen für Elektroautos refinanzieren.“

Auch ohne den Bereich der Erneuerbaren Energien habe der Konzern bereits jetzt Investitionen von 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro im Jahr, die gemäß des Green Bond Frameworks des Konzerns als nachhaltig angesehen werden können. Dieses Rahmenwerk hat der Konzern von der Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics prüfen lassen.

E.on platziert Green Bond mit negativer Rendite

E.on hat als erster Corporate-Emittent seit dem 1. August den Bondmarkt wiedereröffnet. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den Markt als Erster zu testen und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Wuppermann. Das Orderbuch lag bei mehr als 5 Milliarden Euro.

Die Konditionen können sich sehen lassen. Der fünfjährige Bond hat einen Kupon von 0 Prozent und wurde über par platziert, woraus sich eine negative Rendite ergibt. „Wir haben bei dieser Tranche eine negative Verzinsung von -0,149 Prozent pro Jahr erreicht – das gab es bei einer Unternehmensanleihe bisher noch nie“, so der Corporate-Finance-Leiter. Die zweite Tranche, die bis 2030 läuft, hat einen Kupon von 0,35 Prozent. „Bei dieser Anleihe konnten wir sogar eine negative Neuemissionsprämie erzielen“, berichtet Wuppermann. Die Verzinsung liege um 8-10 Basispunkte unter der Sekundärmarkt-Kurve.

Ob es das Grüne Label war, das den Ausschlag für die besonders guten Konditionen gegeben hat, lässt sich Wuppermann zufolge schwer feststellen: „Klar ist aber, dass wir durch den Green Bond zusätzliche Investoren anlocken konnten.“ Der Konzern werde auch zukünftig wieder den Markt für Green Bonds anzapfen, kündigt Wuppermann an.

Koegler[at]derTreasurer.de

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