Der erste smarte N-Bond wurde über Clearstream in Target2-Securities abgewickelt.

Deutsche Börse Group

03.07.19
Finanzen & Bilanzen

EPPF kreiert digitales Private Placement

Die niederländische BNG Bank hat über die Anleiheemissionsplattform EPPF den weltweit ersten smarten N-Bond begeben. Dieses digitale Private Placement soll nun eine Blaupause für Unternehmen werden.

In den vergangenen eineinhalb Jahren ist es relativ ruhig um die Anleiheemissionsplattform European Private Placement Facility (EPPF) geworden. Jetzt meldet sich die Kapitalmarkt-Infrastrukturplattform mit einer Premiere zurück: Die BNG Bank, eine mit AAA geratete öffentliche niederländische Bank, hat demnach Mitte Juni den „weltweit ersten smarten N-Bond“ emittiert.

Dabei handelt es sich laut EPPF um die erste Namensschuldverschreibung nach deutschem Recht, die über Clearstream in Target2-Securities abgewickelt worden ist. Der N-Bond hatte ein Volumen von 10 Millionen Euro, trägt einen Kupon von 0,05 Prozent und wird in drei Jahren fällig. Die DZ Bank hat die privat platzierte Transaktion arrangiert. Die Bank of New York Mellon handelte als Zahl- und Registerstelle.

Abwicklung von N-Bond ohne Versand von Papierurkunde

Das Besondere dabei: „Die Abwicklung vom Beginn bis zum Ende der Wertschöpfungskette, einschließlich aller Zahlungen, erfolgt vollkommen digitalisiert“, sagt Robert Koller, Executive Chairman der EPPF. Bislang mussten bei der Abwicklung von N-Bonds wie beim Schuldschein auch physische Urkunden ausgetauscht werden. „Durch unsere Technologie kann das nun ohne den Versand von Papierurkunden an Investoren – wie bei normalen Anleihen üblich – erfolgen“, sagt Koller. Auf diese Weise könnten nun auch nicht-deutsche Investoren in diese Bond-Art investieren, was den Markt international öffne.

„Geclearte N-Bonds, die über EPPF begeben werden, beinhalten auch Mehrheitsbestimmungen für Gläubigerversammlungen und enthalten keine versteckten Call-Rechte, womit zwei der größten Nachteile des Schwesterformats Schuldschein eliminiert werden ohne dessen Vorteile, die auch bei N-Bonds vorliegen, zu verlieren“, sagt Koller weiter. Zudem könnten Emittenten auch die anderen Vorteile nutzen, die EPPF bei jeder Anleiheemission bietet. Die Plattform wirbt beispielsweise damit, dass Emittenten ihre Aufsetzungs- und Wartungskosten für Anleiheemissionen um bis zu 80 Prozent reduzieren können.

EPPF: „Smarter N-Bond ist Ergänzung des Schuldscheins“

Der gerade platzierte smarte N-Bond soll nun als Blaupause für Unternehmen dienen: „Der erste Emittent war zwar eine Bank, aber das neue Investmentprodukt ist eigentlich für Unternehmen gedacht“, sagt Koller. Das Instrument sei als Erweiterung und Ergänzung des Schuldscheins zu sehen. Die Plattform sei schon mit vier bis fünf großen Unternehmen in Kontakt - mal sehen, wann der erste smarte N-Bond eines Corporate-Emittenten kommt.

Paulus[at]derTreasurer.de

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