Kooperation mit Moody’s bei Entwicklung der Methodik

14.06.17 12:14

Euler Hermes Rating: Neue Methodik für den Mittelstand

Von Sabine Paulus

Euler Hermes Rating und Moody’s stellen den ersten gemeinsam entwickelten Ratingservice vor. Dieser richtet sich an eine Zielgruppe, die bisher mit Rating kaum was am Hut hatte.

Euler Hermes hat zusammen mit Moody's eine neue Ratingmethode für den Mittelstand entwickelt.

Euler Hermes

Euler Hermes hat zusammen mit Moody's eine neue Ratingmethode für den Mittelstand entwickelt.

Euler Hermes startet eine Rating-Offensive für den Mittelstand. Über die Tochtergesellschaft Euler Hermes Rating bietet der Kreditversicherer ab sofort unter dem Namen TRIBRating einen neuen Ratingservice für deutsche Mittelständler an. In den kommenden Monaten und Jahren wollen die Hamburger diese Methode auch auf weitere europäische Länder ausweiten.

Diese neue Ratingmethode hat Euler Hermes zusammen mit der US-amerikanischen Ratingagentur Moody’s entwickelt, die seit vergangenem Herbst mit knapp 5 Prozent an Euler Hermes Rating beteiligt ist. Damals hatten Euler Hermes und Moody’s angekündigt, gemeinsam europaweit neue, auf kleine und mittelgroße Unternehmen zugeschnittene Ratingdienstleistungen anbieten zu wollen.

Kernpunkt der neuen Ratingmethodik ist eine Scorecard, ähnlich wie sie von globalen Ratingagenturen wie Moody’s auch bei Großunternehmen angewendet wird. „Dadurch ist ein mit der neuen Ratingmethode erstelltes Rating wirklich mit den Bewertungen von anderen Agenturen vergleichbar“, sagt Ralf Garrn, CEO von Euler Hermes Rating. Ein weiterer großer Vorteil sei, dass die Hamburger auf die Informationen der Kreditversicherung zugreifen könne.

Angebot für Unternehmen mit Umsatz bis zu 500 Millionen Euro

Das neue Angebot richtet sich an Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 Millionen und 500 Millionen Euro – eine Zielgruppe, die in aller Regel über kein externes Rating verfügt, da das für eine Finanzierung über den Banken- oder Schuldscheinmarkt derzeit nicht nötig ist. Ralf Garrn geht aber davon aus, dass das nicht so bleibt: „Es gibt im Moment regulatorische Entwicklungen, die vermuten lassen, dass sich das bald ändern wird.“ Er glaubt, dass die Kapitalmarktfinanzierungen weiter steigen werden. „Wir haben jetzt den richtigen Zeitpunkt, um in den Ratingmarkt für den Mittelstand einzusteigen.“

Bislang hat sich Euler Hermes Rating eigenen Angaben zufolge auf den gehobenen Mittelstand konzentriert, d.h. auf Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 250 Millionen und 5 Milliarden Euro. Mit dem Fokus auf die kleineren mittelständischen Unternehmen grenzt sich Euler Hermes bewusst von den US-amerikanischen Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch ab: „Wir sind keine Alternative zu den amerikanischen Agenturen, da diese im Mittelstand nicht wirklich aktiv sind“, sagt Garrn.

Auch Scope dürfte damit als Konkurrenz ausscheiden. Die Berliner wollen eigenen Angaben zufolge die europäische Alternative zu den US-amerikanischen Agenturen werden und fokussieren sich dabei zunehmend auf Großkonzerne. Ihre Dax-Mandate will die deutsche Ratingagentur weiter ausbauen. Seit vergangenem Sommer hat Scope schon Linde, BASF, Merck, die Deutsche Lufthansa, Daimler und die Commerzbank bewertet. Jüngstes Ratingmandat ist die Eon-Abspaltung Uniper.

Paulus[at]derTreasurer.de

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