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07.05.19
Finanzen & Bilanzen

Euribor-Reform in entscheidender Phase

Die neue, hybride Berechnungsmethode für den Euribor steht auf dem Prüfstand. Nun muss die belgische Finanzaufsicht über die Zukunft des Referenzzinses entscheiden.

Das European Money Markets Institute (Emmi) hat die belgische Finanzaufsicht FSMA um die Genehmigung der neuen Euribor-Methodik gebeten. Das teilte das Institut, das seinen Sitz in Brüssel hat und dadurch von den belgischen Behörden beaufsichtigt wird, am gestrigen Montag mit. Gleichzeitig hat das Emmi bereits damit begonnen, die Panel Banken, mit deren Hilfe der Euribor derzeit erstellt wird, von der bisherigen Berechnungsmethode auf den neuen hybriden Ansatz umzustellen.

Das Institut musste die Berechnungsmethode des weit verbreiteten Referenzzinses umstellen, da sie sich bislang auf Schätzungen der Panel-Banken stützt. Wie die Vergangenheit zeigte war diese Methode sehr manipulationsanfällig, weshalb die Europäische Union in der EU-Benchmark-Verordnung, die ab Ende 2021 greift, strengere Maßstäbe anlegt. Zukünftig sollen Referenzzinssätze aus echte Transaktionsdaten berechnet werden.

Positives Urteil zum Euribor erwartet

Beim Euribor reichte die Zahl der getätigten Transaktionen allerdings dafür nicht aus, weshalb das Emmi in einem zweiten Reformversuch auf eine hybride Berechnungsmethode abstellt. Im Rahmen dieser werden neben Transaktionsdaten auch Informationen aus anderen Quellen verwendet.

Ob die FSMA dem reformierten Zinssatz so grünes Licht erteilen wird, ist noch offen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet allerdings, die FSMA rechne damit, dem Emmi bis zum Sommer die Genehmigung für den reformierten Zinssatz erteilen zu können. Das Emmi ging zuletzt davon aus, dass der gesamte Prozess vor Jahresende abgeschlossen werden kann.

Koegler[at]derTreasurer.de

Alles rund um das Mammutprojekt der Umstellung von Euribor und Co. finden Sie auf unserer Themenseite zu den Referenzzinssätzen