Top-Finanzierung

09.09.16 10:01

Evonik platziert Anleihe über 1,9 Milliarden Euro

Von Antonia Kögler

Nach den ruhigen Sommermonaten hat sich Evonik als erster deutscher Emittent an den Bondmarkt gewagt. Der Spezialchemiekonzern sammelt 1,9 Milliarden Euro ein und kann mit der neuen Transaktion seinen durchschnittlichen Zinssatz deutlich senken.

Evonik finanziert den größten M&A-Deal seiner Firmengeschichte mit einem neuen Milliardenbond.

Evonik Industries

Evonik finanziert den größten M&A-Deal seiner Firmengeschichte mit einem neuen Milliardenbond.

Der MDax-Konzern Evonik hat als erstes deutsches Unternehmen nach der Sommerpause den Bondmarkt eröffnet und ist dabei auf großes Investoreninteresse gestoßen. Das Orderbuch erreichte insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro. Der Spezialchemiekonzern sammelte 1,9 Milliarden Euro ein. Der Bond, der über die Tochter Evonik Finance begeben wurde, teilt sich in drei Tranchen. Die Tranche mit zwölfjähriger Laufzeit und einem Volumen von 500 Millionen Euro wird mit 0,75 Prozent verzinst. Eine weitere Tranche über 750 Millionen Euro mit acht Jahren Laufzeit hat einen Kupon von 0,375 Prozent. Bei der Tranche mit der kürzesten Laufzeit von viereinhalb Jahren über 650 Millionen Euro handelt es sich um eine Nullkuponanleihe. Der Bond wurde allerdings unter par platziert.

Wie günstig das Umfeld für die Emission von Unternehmensanleihen derzeit ist, zeigt sich auch an dem Effekt des neuen Bonds auf den durchschnittlichen Zinssatz der Kapitalmarktverbindlichkeiten von Evonik. Dieser hat sich seit Ende Juni fast halbiert. Damals lag er noch bei 1,35 Prozent, nun beträgt er lediglich noch 0,74 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Barclays, BNP Paribas, Deutsche Bank, HSBC, JP Morgan und Société Générale haben die Transaktion als Joint Active Bookrunner begleitet.

Evonik finanziert Milliarden-Übernahme

Mit den frischen Mitteln will CFO Ute Wolf die Übernahme des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products finanzieren. Evonik hatte im Mai die Übernahme dieser Sparte für insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro, angekündigt. Den verbleibenden Kaufpreis will die Finanzchefin aus bestehenden Mitteln finanzieren.

Für den Chemiekonzern ist es die größte Übernahme der Firmengeschichte. Auch die Ratingagenturen scheint der Deal zu überzeugen. Nach der Ankündigung des geplanten Zukaufs hat die Ratingagentur Moody’s die Bewertung von Baa2 auf Baa1 verbessert. Der Ausblick ist stabil. Der Deal werde das Geschäftsprofil des Chemiekonzerns verbessern und auch die Marktposition im Additivgeschäft in Nordamerika und Asien ausbauen. Noch steht die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu der Übernahme des Spezialadditivgeschäfts aus. Evonik rechnet damit, dass der M&A-Deal Ende des Jahres abgeschlossen werden kann.

Koegler@derTreasurer.de

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