Lu Linsheng/iStock Getty Images

08.08.19
Finanzen & Bilanzen

Fintech C2FO sammelt 200 Millionen Dollar ein

Das Working-Capital-Fintech C2FO hat 200 Millionen Dollar eingeworben. Die Kapitalspritze soll helfen, das internationale Wachstum in dem umkämpften Markt voranzutreiben.

Der Tech-Konzern Softbank investiert weiter kräftig in Fintechs: Die Japaner haben eine Finanzierungsrunde des Working-Capital-Marktplatzes C2FO angeführt. Das US-amerikanische Fintech, das auch in Deutschland aktiv ist, sammelte insgesamt 200 Millionen US-Dollar ein.

Neben der Softbank, die erst im Mai mit 800 Millionen Dollar bei dem ebenfalls im Bereich der Lieferkettenfinanzierung tätigen Anbieter Greensill aus Großbritannien eingestiegen ist, beteiligten sich auch die Investoren Temasek und Union Square Ventures an der Finanzierungsrunde. Zu den früheren Geldgebern von C2FO gehört etwa die Citibank, mit der das Fintech auch eine Vertriebskooperation geschlossen hat.

C2FO will unter anderem in Asien wachsen

C2FO will die Kapitalspritze nutzen, um neue Märkte zu erschließen und „auch für kleine und mittlere Unternehmen“ den Zugang zu Working Capital zu verbessern. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass mit Geld vor allem Partnerschaften in Indien und China ausgebaut sowie eine Präsenz in Korea, Japan und Indonesien aufgebaut werden soll. Derzeit ist C2FO eigenen Angaben zufolge in 173 Ländern tätig und hat 300.000 Unternehmen an seine Plattform angeschlossen.

Gegenüber DerTreasurer erklärte C2FO, auch das deutsche Geschäft werde von dem Investment profitieren. Konkrete Angaben machte das Fintech allerdings nicht. Auch zur Zahl der hiesigen Kunden hält sich das Unternehmen bedeckt. Bekannt ist, dass der Dax-Konzern Siemens sowie der österreichische Kunststoffhersteller Borealis den Working-Capital-Marktplatz nutzen.

Viele Fintechs bieten Supply Chain Finance

Der Markt für Lieferkettenfinanzierung ist umkämpft: In den vergangenen Jahren sind zahlreiche bankunabhängige Plattformen entstanden, die Einkäufer und Lieferanten vernetzen wollen. Die Fintechs werben mit einer Verbesserung des Working Capital Managements, weniger Abhängigkeit von den Banken und mehr Effizienz im Forderungsmanagement. Zu den hierzulande aktiven Vertretern zählen neben C2FO etwa CRX Markets, Traxpay, Taulia, Crossinx und Cflox.

In der konkreten Ausgestaltung unterscheiden sich die Lösungen jedoch. So bietet C2FO etwa kein Reverse Factoring an, bei dem eine Bank als Zwischenfinanzierer gegenüber dem Lieferanten einspringt. Das Fintech setzt allein auf eine abgewandelte Form des Dynamic Discounting. Dabei räumt der Lieferant dem Einkäufer Skonto an – dieses fällt höher aus je früher gezahlt wird. C2FO agiert dabei als Market Maker: Lieferanten treten mit Diskontierungsgeboten gegeneinander an, der Einkäufer legt eine Mindestrendite fest und ein Algorithmus bringt die Parameter zusammen.

Backhaus[at]derTreasurer.de

Keine Neuigkeiten aus dem Treasury mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos den DerTreasurer-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.