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16.12.16 08:28

Gewobag begibt Schuldschein mit 30 Jahren Laufzeit

Von Sabine Paulus

Das Immobilienunternehmen Gewobag hat bei seinem zweiten Schuldschein ein Novum geschafft: Mit einer Laufzeit von 30 Jahren hat die Wohnungsbaugesellschaft die längste Namensschuldverschreibung, die ein deutsches Unternehmen jemals ausgegeben hat, platziert.

Gewobag gelingt ein Novum: Eine Tranche des neuen Schuldscheins des Immobilienunternehmens läuft 30 Jahre.

Tina Merkau

Gewobag gelingt ein Novum: Eine Tranche des neuen Schuldscheins des Immobilienunternehmens läuft 30 Jahre.

Der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag ist bei der Platzierung ihres zweiten Schuldscheins ein Novum gelungen: Mit einer Laufzeit von 30 Jahren ist es die längste Namensschuldverschreibung, die ein deutsches Unternehmen jemals ausgegeben hat. Das gibt die BayernLB an, die den Schuldschein als Sole Lead Arranger platziert hat.

Insgesamt gliedert sich der Schuldschein in vier endfällige Tranchen, die zehn, 15, 20 und 30 Jahre laufen. Rund 37 Prozent des Gesamtvolumens wurden dabei in der längsten Laufzeit platziert. Die jährliche Verzinsung liegt Gewobag zufolge im Durchschnitt bei rund 1,7 Prozent. Alle Tranchen konnten am unteren Ende der Vermarktungsspanne platziert werden, teilte die BayernLB mit.

Gewobag stockt Schuldschein auf 147 Millionen Euro auf

Ursprünglich wollte das kommunale Wohnungsunternehmen, das dem Land Berlin gehört, nur 75 Millionen Euro aufnehmen. Aufgrund der starken Nachfrage der insgesamt 32 Investoren stockte Gewobag das Volumen jedoch auf 147 Millionen Euro auf. „Der Gesamtbedarf war insgesamt höher, so dass die Verwendung auch bei der Aufstockung sichergestellt war“, teilte das Immobilienunternehmen auf Anfrage von DerTreasurer mit. Das „krumme“ Volumen entspricht demnach dem gesamten Zeichnungsvolumen.

Bei den Investoren handelt es sich um Sparkassen, Volksbanken und Versicherer. Bei der Platzierung haben laut Gewobag der kommunale Hintergrund, das Geschäftsmodell, die gute Reputation und das Rating geholfen. Die beiden Ratingagenturen Moody‘s und S&P bewerten die Wohnungsbaugesellschaft seit Mitte vergangenen Jahres. Moody’s sieht Gewobag bei A1, S&P bei A+. Das Immobilienunternehmen will den Emissionserlös zur Wachstumsfinanzierung verwenden, insbesondere zur Ankaufsfinanzierung sowie zur Refinanzierung und Restrukturierung vorhandener Darlehen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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