Linienreederei zapft Kapitalmarkt an

02.12.14 07:58

Hapag-Lloyd begibt Hochzinsanleihe über 250 Millionen Euro

Von Sabine Paulus

Neue Hochzinsanleihe platziert: Die Reederei Hapag-Lloyd nimmt über eine Hochzinsanleihe 250 Millionen Euro ein.

Hapag-Lloyd begibt Anleihe über 250 Millionen Euro

Hapag-Lloyd

Nach den Emissionen 2010 und 2013 geht Hapag-Lloyd zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte an den Kapitalmarkt.

Die Linienreederei Hapag-Lloyd hat nach den Emissionen 2010 und 2013 nun zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte den Kapitalmarkt angezapft. Über eine Hochzinsanleihe sammelten die Hamburger 250 Millionen Euro bei institutionellen Investoren ein. Das Papier läuft fünf Jahre und wird mit 7,5 Prozent verzinst. Bei der Transaktion waren die Deutsche Bank und Berenberg Konsortialführer. Außerdem haben Citigroup, HSBC und UniCredit die Emission begleitet. HSH Nordbank und MM. Warburg & Co waren Co-Manager.

Mit dem Emissionserlös will Hapag-Lloyd die 2015 fällig werdenden Euro-Anleihen in Höhe von 280 Millionen Euro teilweise refinanzieren. Der Ratingagentur Moody’s zufolge, die den Bond einstweilig mit Caa1 (Ausblick negativ) bewertet, deponiert die Reederei das frische Geld zunächst auf einem Treuhandkonto  und ruft es erst dann ab, wenn die Transaktion mit Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) und die anschließende Kapitalerhöhung über 370 Millionen Euro abgeschlossen sind. Beides wird noch für dieses Jahr erwartet.

Hapag-Lloyd und CSAV wollen Containergeschäft fusionieren

Im April dieses Jahres hatten Hapag-Lloyd und CSAV mitgeteilt, das Containergeschäft der beiden Unternehmen zusammenschließen zu wollen. Das Containergeschäft von CSAV soll vollständig in Hapag-Lloyd aufgehen. CSAV bekommt im Gegenzug eine Beteiligung von zunächst 30 Prozent an Hapag-Lloyd. An der Kapitalerhöhung nach dem Closing wird sich CSAV mit einem Betrag in Höhe von 259 Millionen Euro beteiligen, wodurch sich der CSAV-Anteil auf 34 Prozent erhöhen wird. Eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 370 Millionen Euro soll im Rahmen eines geplanten Börsenganges von Hapag-Lloyd stattfinden.

Standard & Poor's bewertet die Linienreederei Hapag-Lloyd momentan mit B+, Ausblick stabil, Moody’s sieht das Unternehmen bei B2, Ausblick negativ, und begründet diese Bewertung mit der Zyklizität der Containerschifffahrt sowie mit dem hohen Leverage von Hapag-Lloyd. Die Reederei habe eine hohe bereinigte Verschuldung: Das Verhältnis von der durch Moody’s bereinigten (Brutto)-Verschuldung zu Ebitda liegt für die vergangenen zwölf Monate bis Juni 2014 bei dem 9,5-fachen.

Die Ratingagentur geht davon aus, dass sich das Kreditprofil der Hamburger durch die Transaktion mit CSAV und durch die gleichzeitige Fortsetzung der aktiven Kostenreduktion verbessern wird. Hapag-Lloyd rechnet durch den Zusammenschluss mit CSAV mit Kostensynergien in Höhe von 300 Millionen US-Dollar (rund 240 Millionen Euro).

Paulus[at]derTreasurer.de