Automobilzulieferer refinanziert sich

23.05.17 09:00

Hella platziert Anleihe über 300 Millionen Euro

Von Antonia Kögler

Hella löst einen 2014 begebenen Bond mit einer neuen Anleihe ab. Mit dem neuen Papier kann der Lippstädter Konzern seine Finanzierungskosten senken.

Der Automobilzulieferer Hella hat sich mit einer neuen Anleihe refinanziert.

HELLA

Der Automobilzulieferer Hella hat sich mit einer neuen Anleihe refinanziert.

Hella hat einen neuen Bond platziert. 300 Millionen Euro sammelte der Automobilzulieferer mit den Spezialgebieten Licht und Elektronik ein. Für das Papier, das bis 2024 läuft, müssen die Lippstädter lediglich 1 Prozent Zinsen zahlen. Laut Angaben des Unternehmens war das Interesse der Investoren an der neuen Transaktion hoch – die Emission war etwa um das Achtfache überzeichnet. Deutsche Bank, LBBW und Unicredit haben die Transaktion begleitet.
 
Mit dem neuen Bond will das börsennotierte Familienunternehmen um CFO Bernard Schäferbarthold, der seit rund einem halben Jahr amtiert, das Fälligkeitsprofil verbessern und die Finanzierungskosten senken. Der Erlös dient der Refinanzierung einer 2014 begebenen Anleihe, die in diesem September fällig wird. Der damals begebene Bond hatte bei einer deutlich kürzeren Laufzeit von dreieinhalb Jahren einen Kupon, der leicht über dem der jetzigen Emission lag: 1,25 Prozent muss Hella für diese Anleihe zahlen. Das Nominalvolumen des Bonds liegt ebenfalls bei 300 Millionen Euro.

Hella will Netzwerkstrategie vorantreiben

Noch dramatischer fällt der Vergleich mit einer früheren Anleihe aus, die Hella 2009 begeben hatte und deren Kupon zu Zeiten der Finanz-und Wirtschaftskrise bei stolzen 7,25 Prozent lag. Der Automobilzulieferer, der von Moody‘s mit Baa2 bewertet wird, hat heute noch einen weiteren Bond ausstehen: Ein 2013 emittiertes Papier hat noch eine Laufzeit bis 2020. Der Kupon liegt bei dieser Anleihe bei 2,375 Prozent, das Nominalvolumen beträgt 500 Millionen Euro.
 
Die Eigenkapitalquote von Hella liegt bei 42 Prozent, dem Unternehmen stehen rund 775 Millionen Euro an Liquidität zur Verfügung. Finanzchef Bernard Schäferbarthold sieht sich damit gut aufgestellt, „um weiterhin in automobile Zukunftsfelder zu investieren und unsere Position als Innovationsführer zu festigen“. Auch die internationale Netzwerkstrategie des Unternehmens soll weiter vorangetrieben werden. Um das Wachstum voranzutreiben, setzt Hella strategisch auf Joint Ventures.

Koegler[at]derTreasurer.de

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