Hella

13.09.19
Finanzen & Bilanzen

Hella platziert Bond über 500 Millionen Euro

Der Automobilzulieferer Hella senkt seine Finanzierungskosten mit einer neuen Anleihe. Das schwierige Marktumfeld im Automobilsektor geht aber auch an Hella nicht spurlos vorbei – das hat Auswirkungen auf den Ratingausblick.

Der Automobilzulieferer Hella hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft über sieben Jahre und wird mit 0,5 Prozent verzinst. Nach Angaben des MDax-Unternehmens war das Orderbuch mehrfach überzeichnet. Deutsche Bank, Commerzbank, LBBW und Unicredit begleiteten die Transaktion.

Mit dem Bond will das Lippstädter Unternehmen eine Anleihe mit dem gleichen Volumen refinanzieren, die im Januar 2020 fällig wird. Hella kann durch die Ablösung des Papiers seine Finanzierungskosten deutlich senken, denn der alte Bond wurde mit 2,375 Prozent verzinst. Darüber hinaus verfügt Hella noch über eine 2017 ausgegebene Anleihe über 300 Millionen Euro, die mit 1 Prozent verzinst wird. Dieses Papier läuft erst 2024 aus.

Während Hella mit dem Bond auf der Finanzierungsseite eine gute Nachricht verkünden kann, leidet der Konzern wie andere Autozulieferer auch unter dem schwierigen Branchenumfeld. Aus dem Grund hat die Ratingagentur Moody's das Rating von Hella zuletzt zwar bei Baa1 bestätigt, den Ausblick aber auf negativ gesenkt.

Hella plant Sonderdividende

Das Unternehmen, das auf Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik spezialisiert ist, hat vor einigen Wochen die Erwartungen an das Anfang Juni angelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 gedämpft: Hella rechnet nur mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von etwa 6,5 bis 7 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 6,8 Milliarden Euro. Zudem dürfte die bereinigte Ebit-Marge in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich sinken. Hella erwartet nach 8,4 Prozent im Vorjahr nur noch 6,5 bis 7,5 Prozent.

Trotz des schwieriger werdenden Marktumfelds hat sich Hella allerdings dazu entschlossen, eine Sonderdividende in Höhe von 2,30 Euro je Aktie zu zahlen. In Summe liegt die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr damit bei 3,35 Euro pro Aktie.

Neben einer stabilen Bilanzentwicklung im vergangenen Jahr führt der Lippstädter Konzern als Grund für die Sonderdividende den Verkauf des Großhandelsgeschäfts an. Den Ausstieg aus diesem Geschäft hat Hella im November 2018 mit dem Verkauf der norwegischen Großhandelsgesellschaft Hellanor an den Finanzinvestor Aurelius abgeschlossen.

Koegler[at]derTreasurer.de

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