Mithilfe der Beteiligung an der AKA will die ING ihren Spielraum bei großvolumigen Trade-Finance-Transaktionen „effektiv“ erweitern.

ING

08.04.19
Finanzen & Bilanzen

ING beteiligt sich an Exportfinanzierer AKA

Die ING ist in der Handelsfinanzierung ein eher kleiner Player. Das soll sich ändern: Mit einer Beteiligung am Exportfinanzierungsspezialisten AKA will die Bank „sichtbarer“ werden.

Die ING investiert in ihr Handelsfinanzierungsgeschäft: Wie die Bank am heutigen Montag mitteilte, übernimmt ihre deutsche Einheit 5 Prozent am Exportfinanzierungsspezialisten AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft. Die Akquisition sei ein weiterer Schritt, „bis 2022 eine der fünf bedeutendsten Firmenkundenbanken in Deutschland zu werden“. Zur Höhe der Investition wollte sich die Bank auf Nachfrage indes nicht äußern.

ING folgt bei AKA auf WestLB

Die AKA ist eine Spezialbank für die Exportfinanzierung und wurde 1952 gegründet. Sie unterstützt Banken und Unternehmen bei der Finanzierung und administrativen Abwicklung ihrer internationalen Trade-Finance-Transaktionen. Als Handelsfinanzier, der insbesondere auf ECA-gedeckte Finanzierungen spezialisiert ist, fokussiert sich die Spezialbank eigenen Angaben zufolge auf die Emerging Markets und sichert Risiken in über 70 Ländern ab. Insgesamt sind 17 Banken in Deutschland an der AKA beteiligt.

Verkäufer des 5-Prozent-Anteil der ING ist die vor rund neun Jahren errichtete Erste Abwicklungsanstalt, auf die die ehemalige WestLB auf dem Höhepunkt der Finanzkrise milliardenschwere Vermögenswerte und Verpflichtungen übertrug. Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern. Die ING rechnet eigenen Angaben zufolge jedoch damit, das Closing in den kommenden Wochen über die Bühne bringen zu können.  Michiel de Vries, der weltweit den Bereich Structured Export Finance bei der ING leitet, soll dann neues Aufsichtsratsmitglied der AKA werden.

ING erweitert Spielraum bei großvolumigen Transaktionen

Als neuer Gesellschafter der AKA will die ING eigenen Angaben zufolge ihre Sichtbarkeit im Bereich der Handels- und Exportfinanzierung erhöhen und ihre Position im europäischen Markt stärken. „Durch die Zusammenarbeit mit AKA erweitern wir das Spektrum, in dem wir unseren Kunden attraktive Finanzierungskonditionen anbieten können“, sagt de Vries über die Gründe des Anteilerwerbs. Mithilfe der Beteiligung sei die ING in der Lage, ihren Spielraum bei großvolumigen Transaktionen „effektiv“ zu erweitern.

Die Niederländer haben das deutsche Firmenkundengeschäft als Wachstumsfeld auserkoren: Erst kürzlich kündigte die Bank an, ihre Wettbewerber nun auch in der Fläche angreifen zu wollen. Neben der Mainmetropole ist die ING nun auch in Essen, Hamburg, Stuttgart und München vertreten.

Im Wholesale Banking, wie die Bank das Geschäft mit Firmenkunden bezeichnet, richtet sich die ING an Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 250 Millionen Euro. Bislang sind die Niederländer vor allem bei Konzernen und größeren Adressen des Mittelstands wie Schaeffler oder Mann + Hummel aktiv. Mit dem Energieversorger E.on digitalisierte die ING den aufwendigen KYC-Prozess.

Paulus[at]derTreasurer.de

Keine Neuigkeiten aus dem Treasury mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos den DerTreasurer-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.