links: FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH/A. Varnhorn & A. Hausmanns, rechts: Knorr-Bremse; Montage: DerTreasurer

26.10.18
Finanzen & Bilanzen

„Junges“ Finanzteam meistert Knorr-IPO

Das relativ neue Finanzteam von Knorr-Bremse haben den kürzlich vollzogenen IPO gesteuert Finanzvorstand Ralph Heuwing und Treasurer Kai Gloystein sind beide noch kein Jahr an Bord.

Knorr-Bremse hat vergangene Woche den zweitgrößten IPO in Deutschland in diesem Jahr aufs Parkett gelegt - nach Siemens Healthineers mit einem Emissionsvolumen von 4,2 Milliarden Euro. Dem Knorr-Bremse-Eigner Heinz Hermann Thiele, der weiter 70 Prozent der Anteile hält, fließen durch den Börsengang des Bremsenherstellers 3,9 Milliarden Euro zu. Insgesamt sind rund 48,4 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 80 Euro je Aktie bei Investoren platziert worden, teilte Knorr-Bremse mit. Durch den Preis ergibt sich eine Marktkapitalisierung von stolzen 12,9 Milliarden Euro.

Ralph Heuwing seit Anfang 2018 CFO von Knorr-Bremse

Ein recht neu zusammengestelltes Finanzteam steuerte den Börsengang. Ralph Heuwing war erst im November 2017 zu den Münchenern gekommen und hat Anfang dieses Jahres den CFO-Posten übernommen. Dort löste der Ex-BCG-Berater den langjährigen Finanzchef Lorenz Zwingmann ab, der inzwischen die Finanzgeschicke des Hamburger Energiedienstleisters Marquard & Bahls leitet. Zuvor war Heuwing bis Frühjahr 2017 Finanzchef bei dem Bietigheimer Maschinen- und Anlagenbauer Dürr gewesen.

Auch dort konnte er Meriten sammeln, wurde er doch 2016 von der Fachpublikation FINANCE zum CFO des Jahres gewählt. Als Finanzvorstand hatte der 52-Jährige maßgeblich dazu beigetragen, den Maschinen- und Anlagenbauer vom Sanierungsfall zum Börsenstar zu formen. In seiner zehnjährigen Amtszeit bis 2017 ist der Umsatz um 170 Prozent gestiegen, der operative Gewinn (Ebit) hat sich vervierfacht und der Aktienkurs gar verfünffacht.

Kai Gloystein beerbte Treasury-Chef Sigurd Dahrendorf

Auch im Treasury-Ressort von Knorr-Bremse gab es in diesem Jahr einen Wechsel. Kai Gloystein ist seit Anfang dieses Jahres als Treasurer bei Knorr-Bremse an Bord. Anfang April beerbte er dann nach einer Einarbeitungsphase den langjährigen Treasury-Chef Sigurd Dahrendorf, der den Bremsenhersteller und Nutzfahrzeugzulieferer verlassen hat und im Ruhestand ist. Gloystein kommt vom Hamburger Gabelstaplerhersteller Jungheinrich, wo der ehemalige Banker - RBS und Deutsche Bank - acht Jahre lang als Head of Corporate Finance & Group Treasury tätig war.

Noch vor dem IPO haben Heuwing und Gloystein im Sommer bereits den Bondmarkt angezapft und eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. „Ziel der Emission war es, das aktuell gute Zinsumfeld zu nutzen und unseren Handlungsspielraum zu vergrößern“, erklärte Gloystein damals gegenüber DerTreasurer.

Dentz[at]derTreasurer.de

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