Top-Finanzierung

24.02.17 09:19

Kion sammelt mit Debüt-Schuldschein knapp 1 Milliarde Euro ein

Von Desiree Backhaus

Kion begibt einen Schuldschein über 958 Millionen Euro. Nach einer Kapitalerhöhung ist das Debüt-Papier der zweiten Baustein zur Ausfinanzierung der Dematic-Übernahme.

Kion Group AG

Der MDax-Konzern Kion liefert den nächsten Jumboschuldschein.

Der Gabelstaplerhersteller Kion treibt die Refinanzierung der Dematic-Übernahme voran: Der MDax-Konzern sammelte mit einem Schuldscheindarlehen 958 Millionen Euro ein. Das Papier ist in mehrere Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren mit fester und variabler Verzinsung aufgeteilt. Nach Informationen von DerTreasurer entfällt auf jede Laufzeit mit 319 Millionen Euro ein Drittel des Gesamtvolumens. Commerzbank, LBBW und HSBC haben die Platzierung begleitet. Kion wollte auf Nachfrage weder dazu, noch zu den Konditionen bei seinem Debüt-Schuldschein Angaben machen.

Mit dem Erlös können die Wiesbadener den für die 3,25 Milliarden Euro schwere Dematic-Akquisition aufgenommenen Brückenkredit weiter reduzieren. Den Kredit über insgesamt 3 Milliarden Euro hatte das Kion-Treasury um seinen damaligen Leiter Frank Herzog parallel zum M&A-Deal mit einem „großen Teil“ der insgesamt 13 Kernbanken eingefädelt, wie der Head of Corporate Finance im Herbst im Interview mit DerTreasurer erklärte.
 
Den ersten Schritt zur Rückführung des Brückenkredits machte Kion im Juli, kurz nach Bekanntgabe der Übernahme des US-Automatisierungsspezialisten: Mit einer Kapitalerhöhung erlöste der Konzern 459 Millionen Euro. Damit verbleiben nun gut 1,5 Milliarden Euro, die Kion „im Rahmen seiner konservativen Finanzierungspolitik“ ausfinanzieren will, heißt es etwas unbestimmt aus Wiesbaden.

Kion erhält Investmentgrade-Rating von Fitch

Bei seiner Premiere am Schuldscheinmarkt dürfte Kion nicht nur vom derzeit „günstigen Zinsumfeld“ profitiert haben, das CFO Thomas Toepfer anführt. Auch die bessere Bonitätsbewertung der Ratingagentur Fitch, die Kion im Januar mit BBB- erstmals in der Unternehmensgeschichte der Wiesbadener ins Investmentgrade hochstufte, wird geholfen haben, selbst wenn ein Investmentgrade-Rating keine Voraussetzung mehr für eine Schuldscheinplatzierung ist. Moody's und S&P sehen den Gabelstaplerhersteller dagegen mit Ba1 und BB+ noch im Cross-Over-Bereich. Der Ausblick ist sogar negativ.

Dass das Instrument für Kion interessant sein könnte, hatte der Treasury-Chef im Herbst angedeutet: „Ein Schuldschein oder eine Anleihe sind beides Möglichkeiten“, sagte Herzog mit Blick auf die Ausfinanzierung. Für den früheren Investmentbanker war der Dematic-Deal ein Karrieresprung: Seit knapp vier Monaten ist er CFO der neuen US-Tochter.  Einen neuen Head of Corporate Finance hat Kion noch nicht gefunden.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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