Französischer Altenheimbetreiber begibt Schuldschein über 358,5 Millionen Euro

20.01.15 09:54

Korian-Medica debütiert am deutschen Schuldscheinmarkt

Von Antonia Kögler

Der französische Altenheimbetreiber Korian-Medica hat sich zum ersten Mal an den deutschen Schuldscheinmarkt gewagt. Finanzchef Jean-Brieuc Le Tinier zeigt sich zufrieden mit dem Debüt. Wegen der großen Nachfrage konnte das Volumen deutlich aufgestockt werden.

Altenresidenz in sonniger Lage: Der Betreiber Korian-Medica finanziert sich.

T. OZIL

Altenresidenz in sonniger Lage: Der Betreiber Korian-Medica finanziert sich.

Mit dem Altenheimbetreiber Korian-Medica betritt ein weiteres französisches Unternehmen den deutschen Schuldscheinmarkt. Der Konzern, einer der größten Altenheimbertreiber Europas, hat im Dezember einen Schuldschein nach deutschem Recht über 358,5 Millionen Euro platziert. Das Papier wurde in drei Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sechs und sieben Jahren begeben. BNP Paribas und HSBC haben die Transaktion als Bookrunner begleitet.

Ursprünglich hatte Korian-Medica ein Volumen von 125 Millionen veranschlagt, allerdings rechnete CFO Jean-Brieuc Le Tinier schon vor der Platzierung insgeheim mit einer Überzeichnung: „Wir hatten ein Volumen von 200 Millionen Euro angepeilt.“ Der Schuldschein war nach Angaben von Korian-Medica die größte Emission eines ausländischen Emittenten am deutschen Schuldscheinmarkt im vergangenen Jahr. Der Konzern verfügt über kein Rating. Die ambitionierte Größe der Emission war auch ein Grund dafür, dass Jean-Brieuc Le Tinier sich für den deutschen Schuldscheinmarkt entschieden hat. „Auf dem französischen Private-Placement-Markt kann man derzeit keine so großen Volumina erreichen“, erklärt er.

Internationale Investorenbasis

Rund 35 Prozent der Investoren, die den Schuldschein gezeichnet haben, kommen aus Frankreich, ein Viertel aus Deutschland und ein weiteres Viertel aus Asien. „Gerade den Investoren aus Deutschland haben wir auch die Präsenz, die Korian-Medica auf dem deutschen Markt hat, ausführlich aufgezeigt“, sagt Raoul Heßling, Schuldscheinexperte bei BNP Paribas. Bereits seit 2007 ist der Unternehmensverbund unter dem Namen Phönix als Betreiber von Altenheimen in Deutschland aktiv. 2013 hat der Konzern außerdem den deutschen Altenheimbetreiber Curanum übernommen.

Mit dem Erlös der Platzierung will CFO Jean-Brieuc Le Tinier die Fälligkeiten der Schulden verlängern, die durch diese und andere Zukäufe entstanden sind. „Wir hatten zuvor 1 Milliarde Euro Schulden, die im Jahr 2019 fällig geworden wären“, erklärt Le Tinier. „Der Zweck der Emission war, einen Teil der Fälligkeiten auf die Jahre 2020 und 2022 zu schieben.“ Der Finanzchef plant noch weitere neue Finanzierungen in diesem Jahr.

Koegler[at]derTreasurer.de