Lanxess refinanziert eine deutlich kostspieligere Anleihe aus dem Jahr 2011.

Lanxess

22.05.18
Finanzen & Bilanzen

Lanxess platziert eine neue Benchmark-Anleihe

Nach eineinhalb Jahren hat der Spezialchemiekonzern Lanxess wieder eine klassische Unternehmensanleihe platziert. Die Transaktion soll kein Selbstläufer gewesen sein.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat den Kapitalmarkt angezapft. Über das bestehende Debt-Issuance-Programm hat das Unternehmen einen Bond über 500 Millionen Euro platziert. Der letzte Auftritt der Kölner am Bondmarkt ist schon eine Weile her: Im Dezember 2016 emittierte der Dax-Konzern eine Hybridanleihe, ebenfalls mit einem Volumen von einer halben Milliarde Euro. Die letzten klassischen Corporate Bonds platzierte Lanxess im Herbst 2016 in gleicher Ticketgröße.

Lanxess verfolgte ein ambitioniertes Pricing bei neuer Anleihe

Medienberichten zufolge war die aktuelle Transaktion von Lanxess keinesfalls ein Selbstläufer, auch wenn Finanzvorstand Michael Pontzen in einer Unternehmensmitteilung von einem „günstigen Marktumfeld“ spricht: Obwohl die Kölner ein seltener Gast am Bondmarkt sind, soll die Nachfrage eher schleppend verlaufen sein, wie das Nachrichtenportal „Global Capital“ berichtet. Aus Finanzkreisen ist zu hören, dass der Grund dafür das ambitionierte Pricing der Transaktion war. Lanxess habe darauf gesetzt, den im derzeitigen Marktumfeld bestmöglichen Preis zu erzielen. Ein großes Orderbuch stand für das Unternehmen demnach nicht im Fokus.

Und Investoren können es sich momentan leisten, bei den Transaktionen genauer hinzuschauen und auch mal eine Emission auszusitzen. Denn die Pipeline sei sehr gut gefüllt. Damit musste sich gestern offenbar auch Bertelsmann auseinandersetzen. Wie DerTreasurer aus Finanzkreisen erfahren hat, hat das Unternehmen eine Emission über 500 Millionen Euro verschoben.

Neue Lanxess-Anleihe löst deutlich kostspieligeren Bond ab

Für den neuen siebenjährigen Bond muss das Triple-B-Unternehmen Lanxess (S&P: BBB-, Moody's: Baa3, Scope: BBB) einen Zins von 1,125 Prozent zahlen. 2016 konnte der Konzern zwar einen zehnjährigen Bond noch mit einem Kupon von 1 Prozent platzieren, für einen fünfjährigen Bond von damals zahlt Lanxess sogar nur 0,25 Prozent.

Doch der kleine Anstieg dürfte Lanxess kaum stören: Das neue Papier löst einen deutlich kostspieligeren Bond aus dem Jahr 2011 ab, der am 23. Mai fällig wird. Das alte 500 Millionen Euro schwere Papier war noch mit 4,125 Prozent verzinst. Die aktuelle Transaktion begleiteten BBVA, Deutsche Bank, Helaba, Mizuho und Société Générale.

Koegler[at]derTreasurer.de

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