Anleihe liegt bei Ausfinanzierung auf Platz eins

01.11.17 08:57

M&A: Deutsche Unternehmen bevorzugen Fremdkapitalfinanzierung

Von Sabine Paulus

Bei der Ausfinanzierung ihrer Übernahmen nutzen deutsche Unternehmen lieber Fremdkapital- als Eigenkapitalinstrumente.

Deutsche Unternehmen lösen ihre Brückenfinanzierungen für Übernahmen am liebsten mit Anleihen ab.

utah778/iStock/Thinkstock/Getty Images

Deutsche Unternehmen lösen ihre Brückenfinanzierungen für Übernahmen am liebsten mit Anleihen ab.

In der zweiten Phase einer Akquisitionsfinanzierung, der sogenannten Ausfinanzierung, nutzen deutsche Unternehmen viel häufiger Fremd- als Eigenkapitalinstrumente. Das zeigt eine aktuellen Studie der LBBW. Mehr als drei Viertel der verwendeten längerfristigen Finanzierungsinstrumente waren demnach bei den 52 größten von deutschen Unternehmen durchgeführten Übernahmen in den vergangenen knapp vier Jahren Fremdkapitalmaßnahmen.

Am beliebtesten war dabei die Anleihe. Mit 46 Prozent machen Corporate Bonds fast die Hälfte des gesamten längerfristigen Finanzierungsvolumens aus. Gerade bei größeren Übernahmen wird dieses Kapitalmarktprodukt gerne verwendet. Knapp 70 Prozent der Akquisitionen im Wert von über 1 Milliarde Euro wurden der Studie zufolge zumindest teilweise durch Anleihen finanziert. Auf Platz zwei steht der Konsortialkredit. Er macht fast ein Viertel des Gesamtvolumens der Ausfinanzierungen aus.

Schuldschein bei Ausfinanzierung weit abgeschlagen

Weit abgeschlagen ist hingegen der Schuldschein, der allerdings auch kein klassisches Ausfinanzierungsinstrument ist. Er macht nur 8 Prozent des gesamten ausfinanzierten Fremdkapitalvolumens aus. Schuldscheine bei großen Übernahme wie bei ZF Friedrichshafen (TRW Automotive) oder HeidelbergCement (Italcementi) sind eher die Ausnahme.

Das geringere Schuldscheinvolumen kommt der LBBW zufolge aber auch dadurch zustande, dass vor allem mittelständische Unternehmen einen Schuldschein zur Ausfinanzierung nutzen, also eher kleinere Volumina bei meist auch vergleichsweise kleineren Übernahmen. Immerhin 15 Prozent der verwendeten Finanzierungsinstrumente waren Schuldscheine.

Im Gegensatz zu Anleihen, Krediten & Co. nutzen Unternehmen Eigenkapitalmaßnahmen in der Ausfinanzierung eher selten. Lediglich bei jeder fünften Übernahme haben die Käufer eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Hybridanleihen sind in der Rangordnung der verwendeten Instrumente sogar noch weiter abgeschlagen. Da die wenigen Emissionen hinsichtlich ihres Volumens aber sehr groß waren, machen Hybrids wie die Schuldscheine 8 Prozent des gesamten ausfinanzierten Volumens aus.

Paulus[at]derTreasurer.de

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